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Nach Beitragserhöhungen Das sind die günstigsten Krankenkassen 2021 – und wie man jetzt wechseln kann

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Zahlreiche Krankenkassen haben zum Jahreswechsel kräftig die Beiträge erhöht. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Der Wechsel der Kasse wurde vereinfacht. Das sollten Versicherte jetzt wissen.

Millionen gesetzlich Krankenversicherte müssen seit dem 1. Januar mehr zahlen. Denn viele Kassen haben ihre Beiträge erhöht, darunter auch einige der größten. So verlangt die Techniker Krankenkasse von ihren mehr als zehn Millionen Mitgliedern 0,5 Prozentpunkte mehr Beitrag. Die Barmer nimmt 0,4 Prozentpunkte mehr, AOK Plus erhöhte um 0,6 Prozentpunkte.

Anders als man denken könnte, sind Corona-bedingte Ausgaben dafür gar nicht der Hauptgrund. Im Gegenteil: Weil viele teure Operationen verschoben wurden, mussten die Kassen zwischenzeitlich sogar weniger zahlen. Die Operationen werden aber natürlich in der Regel nachgeholt. Zudem sinken die Einnahmen, wenn Menschen in Kurzarbeit sind oder arbeitslos werden. Vor allem aber klagen die Krankenkassen über höhere Kosten durch Gesundheitsreformen, die bereits vor der Pandemie beschlossen wurden. Techniker-Chef Jens Baas rechnet daher damit, dass die Beiträge auch 2022 auf breiter Front steigen werden.

Wechsel der Krankenkasse vereinfacht

Es gibt aber auch eine gute Nachricht für Versicherte: Wer in eine günstigere Kasse wechseln will, kann das seit dem Jahreswechsel einfacher als zuvor. Statt nach 18 Monaten darf man nun schon nach zwölf Monaten Mitgliedschaft in eine neue Kasse wechseln. Zudem wurde der Vorgang deutlich vereinfacht: Eine Kündigung bei der alten Kasse ist nicht mehr nötig. Stattdessen meldet man sich einfach bei der neuen Kasse an, zum Beispiel per Onlineantrag, und lässt diese alle Wechselformalitäten übernehmen.

Wie bisher gibt es zudem ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht. Bei einer Erhöhung zum 1. Januar kann man sich bis Ende Januar eine neue Kasse suchen, bei der man dann ab April versichert wäre. Ohne Beachtung einer Bindungsfrist kann man auch immer dann wechseln, wenn man den Arbeitgeber wechselt - und zwar bis 14 Tage nach Beginn des neuen Jobs. Gleiches gilt beim Eintritt in den Ruhestand. 

Wieviel sich bei einem Wechsel sparen lässt, hängt vom eigenen Einkommen und der Differenz des Beitragssatzes zwischen alter und neuer Kasse ab. So zahlt ein Angestellter mit einem Bruttogehalt von 3000 Euro im Monat, der von einer teuren Kasse mit 1,5 Prozent Zusatzbeitrag zu einer günstigen mit 0,5 Prozent wechselt, 180 Euro weniger im Jahr, wie "Finanztest" vorrechnet.

Tabelle: Die günstigsten bundesweit geöffneten Krankenkassen 2021

Krankenkasse

Zusatzbeitrag

Beitragssatz gesamt

hkk

0,39%

14,99%

BKK firmus

0,44%

15,04%

Debeka BKK

0,9%

15,5%

BKK 24

1,0%

15,6%

Securvita

1,1%

15,7%

IKK gesund plus

1,1%

15,7%

Audi BKK

1,1%

15,7%

BKK VerbundPlus

1,1%

15,7%

Heimat Krankenkasse

1,1%

15,7%

Techniker Krankenkasse

1,2%

15,8%

R+V BKK

1,2%

15,8%

BKK Gildemeister Seidensticker

1,2%

15,8%

Bahn BKK

1,2%

15,8%

Der Beitrag ist nicht alles

Die Tabelle umfasst nur bundesweit geöffnete Krankenkassen. Je nach Bundesland können sich auch regionale Anbieter unter den günstigsten befinden. Wer sich mit Wechselgedanken trägt, sollte allerdings nicht nur den Beitrag im Blick haben, sondern auch Zusatzleistungen und Service.

Die gesetzlichen Kassenleistungen sind überall gleich, aber wenn ein Anbieter eine benötigte Reiseimpfung, osteopathische Behandlung oder einen Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung zahlt, kann das ein paar Euro Beitragsunterschied mehr als wett machen. Auch lukrative Bonusprogramme können einen Unterschied ausmachen. Einen ausführlichen Vergleich von Beiträgen und Leistungen der Kassen bietet zum Beispiel "Finanztest" (kostenpflichtig).

Einen kostenlosen Krankenkassenvergleich finden Sie hier


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