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Lisa Becke
 
Lisa Becke, Redakteurin im Hauptstadtbüro
 
 
 
Liebe Leserinnen und Leser, 

 

das Sommerwetter kehrt zurück. Noch vor dem Wochenende sollen die Temperaturen auf um die 30 Grad steigen. Der vergangene Monat könnte dann schnell vergessen sein: Im Juli war in Deutschland, je nach Region, von Hitze, Gewitter, Dauerregen, Starkregen bis hin zu Sturm- und Schneefallwarnungen alles dabei. 

 

War das Wetter noch normal? Oder ist das der Klimawandel? Zwar sei es schwierig, aus einzelnen Monaten auf die Erderwärmung zu schließen, schreiben Christine Leitner und Daniel Wüstenberg aus unserem News-Team. „Aber der Juli passt zu dem, was Klimawissenschaftler schon seit Jahren prognostizieren“. Nicht nur nehmen extreme Wetterereignisse zu: Der Klimawandel führt auch zu länger anhaltenden Wetterlagen – so können sich Dürrephasen oder ausgiebige Niederschläge festsetzen. 

 

Gleichzeitig hat Deutschland aktuell eine Bundesregierung, für deren Unionsteil der Klimaschutz wie eine lästige Nebensache wirkt. Das gilt insbesondere für Katherina Reiche, die als Wirtschaftsministerin für die Energiewende zuständig ist. Sie stellte gleich mehrfach Deutschlands Klimaziele infrage. Was treibt sie an?  

© IMAGO / Frank Ossenbrink

 

Monika Dunkel und Martin Debes haben die studierte Chemikerin, die vor ihrem Ministeramt an der Spitze der Essener Eon-Tochter Westenergie stand, auf ihrer Sommertour begleitet. In dem Porträt der beiden erfahren Sie, wie die 52-Jährige nicht nur in ihrem Ministerium bereits für Verstimmung sorgt, warum sogar der Kanzler teilweise genervt von seiner Ministerin ist und welcher Mann den Sperrbildschirm ihres Handys ziert. 

 

Auch beim Kollegen Rolf-Herbert Peters hat sich Reiche unbeliebt gemacht. Er stört sich an ihren Plänen, viele neue Gaskraftwerke zu bauen, womit sogenannte Dunkelflauten – also Phasen ohne Sonnenschein und Wind – überbrückt werden sollen. Reiche setze damit „auf Technik, die nicht nur teure Brennstoffe erfordert, sondern auch noch Milliardensubventionen verschlingt, weil diese Reservekraftwerke nur selten laufen werden und die Betreiber für die reine Bereitstellung entschädigt werden müssen“, schreibt Rolf in seinem Kommentar 

  

 
Person der Woche

 

ist eine „alte Dame“ mit Problemen: Die SPD wurde schon im 19. Jahrhundert gegründet und kann auf zahlreiche große Momente in ihrer Geschichte zurückblicken. Nun aber kommt die Partei nicht mehr aus dem Tief, die Arbeiterinnen und Arbeiter im Land fühlen sich inzwischen vielfach anderswo besser aufgehoben. Ist die SPD noch zu retten?, fragte Miriam Hollstein den Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke. Seine Antwort fällt ziemlich pessimistisch aus. Er sieht in dem Gespräch nur noch zwei Möglichkeiten für die Zukunft der SPD – in einem der beiden Fälle wäre sie am Ende nur noch eine „unbedeutende Splitterpartei“.  

 

Die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas
 
Dilemma
Ist die SPD noch zu retten, Herr von Lucke?
 
 
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Und sonst so?

 

In mehreren aktuellen Umfragen liegt die AfD entweder gleichauf mit der Union oder sogar knapp vor dieser. Das befeuert Diskussionen über den richtigen Umgang mit der in Teilen rechtsextremen Partei. Eine wachsende Strömung in der Union spricht sich dafür aus, einen pragmatischeren Umgang zu finden.  

 

Besonders deutlich zeigt sich das in der Frage, ob die restlichen Parteien auch AfD-Vertreter an die Spitzen der Ausschüsse im Bundestag wählen sollten – und dies nicht, wie in der vergangenen Legislatur, weiter boykottieren. Manche in der Union finden: Ja. Die Sozialdemokraten reagieren empört. Martin Debes über Parlamentsposten, die zum ersten großen AfD-Härtetest für die künftigen Koalitionäre werden.  

 

 
Lauter Lieblinge

 

Ihr Highlight der Woche … 

 

ist der Hilferuf eines Kommunalpolitikers: Felix Kalbe macht für die Grünen ehrenamtlich Politik im thüringischen Gotha und berichtet davon, wie Anfeindungen und Bedrohungen gegen ihn und andere Engagierte vor Ort zunehmen. Er glaube nicht, „dass es im Sinne des Erfinders war, dass man als Kommunalpolitiker ein Hassobjekt ist, das angefeindet wird“, sagte er mir im Interview. Alle müssten etwas dafür tun, dass sich das wieder ändere.

 

Mein Highlight der Woche … 
 

ist ein Kommentar zur anhaltenden deutschen Zurückhaltung mit Blick auf Israel: „Schluss mit dem Töten in Gaza!“, schreibt Julius Betschka, „Deutschland muss jetzt handeln“. Mehrere Medien berichteten zuletzt, dass der israelische Regierungschef plane, den gesamten Gazastreifen einnehmen zu wollen. Julius sieht in Netanjahus Entscheidung für die Komplettinvasion das „Gegenteil aller Versprechen der israelischen Seite“ – auch jenen, die gegenüber Vertretern der deutschen Bundesregierung gefallen sind. Nun brauche es Sanktionen gegen extremistische Kabinettsmitglieder und einen Stopp der Rüstungsexporte. 

 

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche. 

 

Herzlich, 

 

Lisa Becke 

 

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