Kriminalität
Millionen-Coup bei Geldtransport-Firma: Angeklagte gestehen

Rund 5,6 Millionen Euro sollen zwei Brüder als damalige Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens in Berlin entwendet haben. (
Rund 5,6 Millionen Euro sollen zwei Brüder als damalige Mitarbeiter eines Geldtransportunternehmens in Berlin entwendet haben. (Symbolbild) Foto
© Jens Kalaene/dpa

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Aus einem Geldtransportunternehmen verschwinden 5,6 Millionen Euro. Zwei Brüder als damalige Mitarbeiter der Firma und ein Cousin stehen vor Gericht. Ein großer Teil der Beute aber fehlt bis heute.

Vier Monate nach einem Diebstahl von rund 5,6 Millionen Euro aus den Räumlichkeiten eines Geldtransportunternehmens stehen drei Männer vor dem Berliner Landgericht. Zwei Brüder im Alter von 28 und 29 Jahren, die damals als Geldzähler bei der Firma tätig waren, sowie ihr 37-jähriger Cousin gaben zu Prozessbeginn ihre Beteiligung an der Tat zu. Mit 3,4 Millionen Euro fehlt allerdings bis heute ein großer Teil der Beute.

Die Anklage lautet auf besonders schweren Diebstahl und Unterschlagung. Die beiden Brüder hätten am 21. Dezember 2025 in dem Unternehmen in Berlin-Lichtenberg die Geldbeträge in Taschen verpackt und aus dem Gebäude geschafft. Der Cousin habe ihnen bei der Verladung der Taschen in ein bereitgestelltes Fluchtfahrzeug geholfen.

Mütter und Schwestern beteiligt?

In Tatortnähe sollen laut Ermittlungen weitere Verwandte der Brüder gewartet haben – laut Anklage handelte es sich um "Mütter und Schwestern". Die Beute sei in Nebenstraßen auf weitere Fluchtfahrzeuge verteilt und schließlich an verschiedenen Orten in Berlin und dem brandenburgischen Bad Freienwalde zwischengelagert worden. 2,15 Millionen Euro seien Mitte Januar im Keller einer Berliner Wohnung sichergestellt worden.

Der 29-Jährige erklärte über seinen Verteidiger, bei Mitarbeitenden der Firma sei "immer wieder mal die Fantasie entwickelt worden, was wohl wäre, wenn man nur eine Million davon hätte". Auch mit seinem Cousin habe er über seine Tätigkeit als Geldzähler gesprochen - "ich habe mich auf die Gedankenspiele eingelassen", so der 29-Jährige.

Verbleib von 3,4 Millionen Euro unklar

Die Brüder sagten, ihnen sei bewusst gewesen, dass es Videoaufnahmen von der Tat geben werde. Sie seien deshalb unmittelbar nach dem Geschehen mit jeweils 50.000 Euro nach Kroatien und weiter nach Bosnien-Herzegowina geflohen. Das Verstecken der Beute sei dem Cousin übertragen worden. "Wo er das Geld versteckte, kann ich nicht sagen", so der 29-Jährige. Es habe deshalb Streit mit dem Cousin gegeben. Der 37-Jährige wiederum sagte vor Gericht, Verwandte der Brüder hätten mehrere gefüllte Taschen bei ihm abgeholt.

Einen Monat nach der Tat hatte sich der 37-Jährige der Polizei gestellt. Knapp zwei Monate später kehrten die Brüder nach Deutschland zurück. Die drei Männer befinden sich seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 28. April fortgesetzt.

dpa