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Höchste Würden für zwei deutsche Katholiken: Der Papst will den Münchner Erzbischof Marx und der Bamberger Diözesanpriester Brandmüller zu Kardinälen ernennnen. Ministerpräsident Seehofer zeigt sich von der Wahl entzückt.
Es ist der erste Staatsbesuch eines Papstes auf der britischen Insel seit Heinrich VIII. sich im 16. Jahrhundert von der katholischen Kirche lossagte. Trotzdem ist der Besuch bislang ganz harmonisch.
Es ist ein wichtiger Besuch: Seit 28 Jahren ist erstmals wieder ein Oberhaupt der katholischen Kirche im Vereinigten Königreich zu Gast. Zwischen dem Tee mit der Queen und einer Freiluftmesse äußerte sich Benedikt XVI. zu Missbrauchsfällen. Aussagen eines deutschen Kardinals hatten zuvor für Irritationen gesorgt.
Rosenkrieg im Hause Berlusconi: In einer Talkshow ist Italiens Ministerpräsident nun in die Offensive gegangen. Die Vorwürfe seiner Frau seien "absolut falsch", er verkehre nicht mit Minderjährigen. Dennoch hat sich mittlerweile auch die Kirche in den Streit eingeschaltet - zum Leidwesen des Regierungschefs.
Geteiltes Echo auf die Papst-Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Der Zentralrat der Juden sprach ihr seine "Hochachtung und Anerkennung" für die deutlichen Worte aus, mit der Merkel vom Papst eine Klarstellung zu Holocaust-Leugner Bischof Williamson gefordert hatte. Der Vatikan hingegen zeigte sich extrem kühl.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Papst Benedikt XVI. zu einer deutlichen Stellungnahme zum Umgang mit dem Holocaust aufgefordert. Es gehe darum, eindeutig klarzustellen, dass es keine Leugnung geben könne, sagte sie. Der Vatikan hält die Forderung der Kanzlerin für unangebracht.
Eine kleine Inschrift am Gebäude, mehr nicht. Hier wurde der Apostel Paulus geboren, sagt sie. Das Gebäude ist in der Stadt Tarsus im Süden der Türkei. 2000 Jahre ist es her, dass der Apostel der Völker , so sagt es die Tradition, hier das Licht der Welt erblickt hat. Die Stadt gibt es heute noch, die blühende christliche Gemeinde ist verschwunden. Seit den frühen christlichen Jahrhunderten war die Kirche das Zentrum der Stadt, nach der Islamisierung der Türkei schmiegte sich das christliche Leben in Tarsus um dieses bedeutende Kleinod. Mit der laizistischen Republik kam der Untergang: Die Kirchengemeinde wird 1943 enteignet, die Kirche in ein Militärlager umgewandelt. Langsam ist sie darüber verfallen. Vor acht Jahren wurde mit der Restaurierung begonnen, die Kirche schließlich als Museum wiedereröffnet. Besucher müssen heute Eintritt zahlen. Der runde Geburtstag des Saulus, der, so beschreibt es die Apostelgeschichte des Neuen Testaments, nach einer herben Runde als Christenverfolger vor Damaskus sein Bekehrungserlebnis hatte und danach zum Paulus wurde, wird zu einem – weiteren - Lakmustest für die Religionsfreiheit in der Türkei. Bis jetzt war in der Museums-Kirche der christliche Gottesdienst nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der öffentlichen Verwaltung gestattet. Für das Paulus-Jahr konnten die christlichen Kirchen im Land erwirken, dass der Gottesdienst in der Kirche wieder erlaubt wird. Im Sommer 2009 hat das Intermezzo ein Ende und Kreuz, Bibel und liturgische Geräte müssen wieder aus dem Blickfeld der Besucher geräumt werden. Die Kirchen nutzen den Strohhalm, der ihnen für ein Jahr hingehalten wird. Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper nimmt am 22. Juni am ersten ökumenischen Gottesdienst in der wiedereröffneten Kirche teil. Die christliche Gemeinde in der Türkei, die rund ein Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung stellt, hätte sich gewünscht, aus Anlass des Jubiläums eine neue Kirche im Land bauen zu dürfen. Immerhin werden Pilgerströme aus aller Welt erwartet. Das Votum hierzu ist (noch) nicht positiv ausgefallen. Die Regierung einschließlich Regierungschef sprechen von einer Gefahr für die Einheit des Landes durch das Christentum. Vor allem ausländische Missionare, aber auch die einheimischen Christen, stehen unter dem Dauerverdacht, dass Land spalten zu wollen. Das Frappierende ist, dass es diese Vorstellung bis in politische Reden ins Parlament schafft. Für die kleine christliche Minderheit wird das Leben so von höchster staatlicher Stelle aus zu einer Tortur gemacht. Der Bürgermeister der Stadt Tarsus wünscht sich, so stand in den Zeitungen am Wochenende zu lesen, dass möglichst viele Gläubige die Pilgerstätte besuchen. Für ihn ist die Kirche eine Kirche und kein Museum. Außerdem bringen die Pilger aus aller Welt Devisen in das Land. Schon jetzt kommen die Menschen, vor allem aus Italien, um auf den Spuren des großen Apostels zu wandern. Die Einwohner der Stadt scheinen nichts gegen die Christen zu haben; in Ankara, so könnte man meinen, ist das anders. Das Land, das eine Vollmitgliedschaft in der EU anstrebt, macht sich nur widerwillig mit dem Gedanken vertraut, Religionsfreiheit zu gewähren. Der Plan sei, so sagen Beobachter, bis zum Zeitpunkt des Beitritts keine nicht-islamischen Minderheiten mehr im Land zu haben, zumindest nicht als Staatsbürger. Dann sei die Forderung nach Religionsfreiheit aus dem Abendland obsolet. Die christlichen Kirchen im Land vertreten zum Teil das Argument, dass durch eine Lockerung der staatlichen Reglementierung des Islam durch die AKP-Regierung auch eine Entspannung für die Christen im Land einsetzen wird. Vieles spricht dagegen: Die so genannte türkisch-islamische Synthese, die seit den frühen achtziger Jahren in einer Art Zivilreligion das In- und Zueinander von Türkentum und Islam definiert, ist älter als die AKP-Regierung. Der Glaube an diese Zivilreligion sitzt so tief, dass Begünstigungen des Islam als folgerichtig wahrgenommen werden, Verbesserungen für andere Religionen hingegen, ebenso folgerichtig, nicht. Gibt es einen Ausweg aus dieser Misere? Die staatliche Religionsbehörde der Türkei ist federführend, unter anderem in Deutschland, wenn es darum geht, Moscheen in osmanischem Stil und mit Minaretten versehen in europäischen Städten zu bauen. Die Öffentlichkeit muss fordern, dass der Träger der Moschee sich auch für die religiösen Minderheiten in seinem Land einsetzt. Bei privaten oder einheimischen Moscheeträgern wäre so ein Vorgehen nicht statthaft, bei einem staatlichen Akteur, der bei gleichzeitiger Nicht-Beachtung der Religionsfreiheit im eigenen Land dieses Recht für seine Gläubigen in Minderheitensituation einfordert, funktioniert das schon. In Tarsus können sich die Pilger und einheimischen Christen an ihrer Kirche in den nächsten zwölf Monaten erfreuen. Und wer weiß: Vielleicht bringt die positive Erfahrung mit den Gläubigen die lokalen und nationalen Autoritäten ja zum Einlenken was ihre Haltung zur Religionsfreiheit betrifft. Aus einem Saulus ist ja nicht erst einmal ein Paulus geworden.
Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger gilt bei der Papstwahl als Anführer der Männer in Rot, die den Kurs von Johannes Paul II. unverändert fortführen wollen. Andere deutsche Kardinäle zählen hingegen zu den Reformern.
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Walter Kardinal Kasper ist Kurienkardinal und Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.