Einen Tag nach der ersten Schließung des Görlitzer Parks haben unbekannte Täter versucht, mehrere Tore mit Fahrradschlössern zu blockieren. Die Polizei war in der Nacht zum Dienstag kurz vor Mitternacht wegen einer Kundgebung für freien Zugang zu dem Park an der Umfriedung im Einsatz, wie die Behörde mitteilte. Dabei wurden die Fahrradschlösser an sechs Toren an unterschiedlichen Stellen entdeckt.
Den Angaben zufolge konnten die Tore durch die Fahrradschlösser nicht mehr verschlossen werden. Die Schließzylinder der Schlösser wurden mit Kleber verklebt. Einsatzkräfte entfernten die Fahrradschlösser, die Tore wurden danach zugeschlossen. Das Landeskriminalamt ermittelt wegen Sachbeschädigung.
Erste Schließung am Sonntagabend
Nach jahrelangen Debatten war der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg erstmals in der Nacht zum Montag nachts geschlossen worden. Künftig soll das jede Nacht erfolgen.
Der Berliner Senat aus CDU und SPD hatte 2023 beschlossen, den Görlitzer Park wegen Drogenhandels und weiterer Kriminalität nachts zu schließen. Der von den Grünen geführte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und mehrere linke Initiativen protestierten gegen die Schließungspläne.
An einem Schwenktor hatten die Täter laut Polizei einen Halterungsbolzen mit einem Werkzeug durchtrennt. Auf der Internetseite einer Protestinitiative hieß es, es gebe auch "zugeklebte Schlösser (die wohl direkt ausgewechselt wurden)" und "ein recht derb außer Form geratenes Drehkreuz".