Die paramilitärische RSF-Miliz im Sudan hat einer Untersuchung der UNO zufolge bei der Eroberung der Stadt Al-Faschir "Merkmale eines Völkermords" erfüllt. Bei ihrer Offensive auf die Provinzhauptstadt in der Region Darfur Ende Oktober habe die Miliz "drei Tage des absoluten Grauens" verursacht, für das die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssten, erklärte die UN-Untersuchungsmission für den Sudan am Donnerstag. Die RSF-Miliz kämpft seit April 2023 gegen die sudanesische Armee um Kontrolle in dem Land.
Nach einem Brand in einem Flüchtlingslager sitzen vertriebene Sudanesen, die ihre Heimatstadt Al-Faschir nach der gewaltsamen Übernahme durch die Miliz Rapid Support Forces (RSF) verlassen mussten, unter einem provisorisch errichteten Zeltdach.
Mehr als elf Millionen Menschen sind vor dem Krieg im Sudan geflohen. In einem Camp in Äthiopien finden einige Tausend Schutz, doch die internationale Hilfsbereitschaft sinkt.
In al-Faschir im Sudan lebten vor der Erstürmung durch Rebellen Hunderttausende. Doch wo sind sie nun? Gespräche mit Geflüchteten im Tschad lassen Fürchterliches erahnen.
Im Transitlager Tiné in Tschad warten sudanesische Flüchtlinge auf ihre Registrierung durch das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Eskalierende Gewalt nach Einnahme der Stadt Al-Faschir durch die RSF-Miliz hat in Nord-Darfur Massenfluchtbewegungen ausgelöst.