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Macht den Rücken wieder stark

Krankengymnastik, auch Physiotherapie genannt, hilft langfristig gegen Rückenschmerzen. Denn die speziellen Übungen dehnen und stärken die Muskulatur.

  Ganz wichtig: die Übungen zu Hause brav wiederholen

Ganz wichtig: die Übungen zu Hause brav wiederholen

Physiotherapie fordert Sie - wesentlich mehr als Massage oder Chirotherapie. Denn bei diesen so genannten passiven Behandlungen lassen Sie nur etwas mit sich geschehen. Anders bei der Krankengymnastik: Zwar massieren auch Physiotherapeuten und wenden Handgriffe an, die Ihre Muskeln mobilisieren. Hauptsächlich aber macht der Therapeut Übungen mit Ihnen, die Sie selbst aktiv ausführen - auch zu Hause. Zusätzlich behandelt er Sie manchmal mit Wärme, Kälte oder elektrischen Strömen.

Bevor es losgeht, überprüft der Therapeut, wie stark Ihre Muskeln und wie beweglich Ihre Gelenke sind. Er schaut, ob und welche Schonhaltungen Sie einnehmen. Häufig spürt er so genannte Triggerpunkte auf. Das sind Muskelpartien, die dauerhaft verspannt sind und an anderen Stellen des Körpers Schmerzen auslösen. Mit Fingerdruck löst der Therapeut diese Verspannungen auf.

Dann lernen Sie spezielle Übungen, die Ihre Muskulatur stärken und Fehlhaltungen korrigieren. Verkürzte Muskeln, die oft Schmerzen verursachen, werden durch das Training gedehnt und kommen so wieder richtig zum Einsatz.

Besonders geeignet für chronisch Rückenkranke

Spätestens, wenn die Schmerzen immer wieder kommen oder länger als vier Wochen anhalten, wird Ihr Hausarzt oder Orthopäde das Thema Physiotherapie anschneiden. In der Regel stellen Ärzte Rezepte über sechs Sitzungen aus. Auch bei Ischiasbeschwerden oder einem Bandscheibenvorfall wird Ihnen Physiotherapie gut tun. Nach einer Rückenoperation oder einem Unfall hilft sie Ihnen, wieder auf die Beine zu kommen. Auch Schwangere können Krankengymnastik machen, sollten sich aber nicht mit Wärme behandeln lassen - die kann vorzeitige Wehen auslösen.

Wenn Sie chronische Rückenschmerzen haben, also länger als acht Wochen, wird Ihr Arzt Ihnen eine umfassende Behandlung empfehlen. Die Physiotherapie ist darin nur einer von mehreren Bausteinen. Die anderen heißen: Rückenschule, Verhaltenstherapie und Massage.

Risiken und Nebenwirkungen

Wenn Sie alles richtig machen bei Ihren Übungen, kann eigentlich nichts schief gehen. Übernehmen Sie sich aber nicht. Sagen Sie Ihrem Therapeuten, wenn Ihre Schmerzen schlimmer werden oder Sie eine Übung zu anstrengend finden. Aber häufig misst der Krankengymnast von sich aus Ihre Herzfrequenz nach einer Probeübung.

Wenn Sie starke Schmerzen haben oder sich einen Knochen gebrochen haben, ist Krankengymnastik nichts für Sie. Ebenso wenig, wenn Sie fiebrig sind oder sich einen Nerv eingeklemmt haben.

Wirksamkeit durch Studien belegt

Untersuchungen können nicht belegen, ob Physiotherapie bei akuten Rückenschmerzen hilft. Denn es ist nicht herauszufinden, ob die Beschwerden sich nicht von alleine nach vier Wochen verabschieden. Erwiesen ist allerdings, dass krankengymnastische Übungen bei chronischen Rückenschmerzen helfen und ihnen langfristig entgegenwirken.

Das bringt es langfristig

Physiotherapie hilft Schmerzen lindern– und zwar auf Dauer. Allerdings: Sie müssen die erlernten Übungen regelmäßig zuhause wiederholen. Und wenn Sie dann wieder kräftig und beweglich geworden sind, denken Sie vielleicht mal ernsthaft über das Thema Sport nach. Hauptsache, Sie bleiben in Bewegung und lassen die erarbeitete Muskulatur nicht wieder verkümmern!

Antje Helms

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