Wenn Sie zum Zahnarzt gehen, erwarten Sie, dass er in Ihren Mund schaut - dort haben Sie ja das Problem. Tatsächlich aber wird der Zahnarzt Ihnen erst mal mit Fragen auf den Zahn fühlen.

Bevor der Spiegel in den Mund gleitet, sollten Sie mit Ihrer Ärztin sprechen können© Philipp Gülland, [M]
Vor jeder Untersuchung steht das Gespräch. Wenn Sie das erste Mal zu einem neuen Zahnarzt gehen, beginnt die so genannte Anamnese schon bei der Anmeldung: mit einem Fragebogen. Der Bogen enthält Fragen zu Ihren Beschwerden, zu Ihren Krankheiten in der Vergangenheit und zu Ihren Ernährungs- und Lebens-Gewohnheiten.
Sie sollten es nicht als Eingriff in Ihre Privatsphäre empfinden, wenn Sie gefragt werden nach Medikamenten bei psychischen Erkrankungen oder nach Ihrem Alkohol- oder Drogenkonsum. Der Arzt muss das wissen, weil Drogen und Medikamente unter Umständen die Wirksamkeit örtlicher Betäubungsmittel beeinflussen.
Anhand Ihrer Angaben auf dem Fragebogen bereitet sich der Arzt auf das anschließende Gespräch mit Ihnen vor. Er kann Sie gezielter und detaillierter befragen, weil er schon vieles von Ihnen weiß: ob Sie schwanger sind, welche Medikamente Sie einnehmen und welche Krankheiten Sie hatten.
Der Arzt möchte diese Dinge wissen, weil er bei bestimmten Krankheiten mit Komplikationen rechnen muss, zum Beispiel bei:
Im Gespräch fragt die Ärztin zuerst nach dem Grund Ihres Besuches: Haben Sie jetzt Beschwerden oder Schmerzen? Kommen Sie nur zur Kontroll-Untersuchung? Oder sind Sie mit dem Aussehen Ihrer Zähne unzufrieden? Je nachdem, wie Sie auf die Eingangsfrage antworten, schlägt die Ärztin dann eine bestimmte Fragerichtung ein.
Bei akuten Problemen fragt die Ärztin:
Wenn Sie etwas an Ihren Zähnen stört, Sie also ein ästhetisches Anliegen haben, wird auch hier die Zahnärztin genauer fragen: Nehmen Sie Anstoß an der Form, der Farbe oder der Stellung der Zähne? Missfällt Ihnen die vorausgegangene Behandlung, etwa eingesetzte Kronen, Brücken, Prothesen oder Füllungen?
Im weiteren Gespräch wird der Arzt Sie in der Regel auch danach fragen, wie Sie sich ernähren, wie Sie Ihre Zähne pflegen und wie Ihre Zähne bisher behandelt wurden. Im einzelnen spricht er Sie möglicherweise auf folgende Dinge an:
Darüber hinaus interessiert sich der Zahnarzt auch für Ihren Kiefer: Knackt oder reibt er bei Bewegungen? Ist die Muskulatur verspannt? Auch bestimmte Angewohnheiten können von Bedeutung sein. Daher fragt der Arzt, ob Sie mit den Zähnen knirschen, auf Lippen oder Wangen beißen oder auf Bleistiften herumkauen.
Erst wenn er sich so ein genaues Bild von Ihnen gemacht hat, wird der Arzt in Ihren Mund schauen: Er macht eine Sichtdiagnose.
Sandra Jessel