Kultmarke und Mythos, Technologieriese und Silicon-Valley-Vorreiter: Das US-Unternehmen Apple umgibt seit Jahrzehnten eine ganz besondere Aura, die zweifelsohne auch auf seiner erstaunlichen Geschichte beruht. Alles begann vor genau 50 Jahren in der Garage von Steve Jobs: Wenn die 1976 gegründete kalifornische Firma nun ihr Jubiläum begeht, ist dies auch für die ARD Anlass, "Die Apple Story" – und damit vor allem die ihres 2011 verstorbenen Gründers – noch einmal zu erzählen. Die gleichnamige Doku lässt die Vergangenheit der legendären einstigen Garagenfirma in drei Teilen Revue passieren. Wobei schon der Untertitel "Eine Vision verführt die Welt" darauf verweist, dass die weltverändernde Zukunftsvorstellung des Milliardenunternehmens hier nicht unkritisch abgefeiert wird.
Autorin Annette Baumeister nimmt das Publikum mit zu den Ursprüngen jenes Konzerns, der heute als einer der weltweit wertvollsten gilt und dessen lifestylige Produkte, von iPhone und iPad bis Macbook und Airpods, die Leben von Millionen Usern prägen. Erzählt werden soll "die Geschichte einer technologischen Revolution, die unser Leben fundamental verändert hat – im Guten wie im Schlechten". Eine Erfolgsstory, die zudem schon mehrfach verfilmt wurde; zahlreiche fiktive und dokumentarische Porträts versuchten insbesondere das Phänomen Steve Jobs zu fassen.
Rebellion im schicken Outift
Mit ihm und seinem Kollegen Steve Wozniak ging vor 50 Jahren alles los, gemeinsam bauten sie den ersten Apple-Computer. Für Jobs ein Befreiungsinstrument, ein "Fahrrad für den Geist", wie er es nannte. Nicht nur ein Gerät, sondern ein Produkt für den Alltag, das zur Demokratisierung der Technologie beitragen sollte. Damit einher ging von Beginn an auch die emotionale Ansprache der Kunden, denen das Gefühl vermittelt werden sollte, Teil einer revolutionären Entwicklung zu sein. Schon 1984 grenzte man sich in der berühmten TV-Werbung gegen "Big Brother" IBM ab, wie die Doku noch einmal zeigt. Rebellion im schicken Design und Outfit, dafür stand später etwa auch Jobs' ikonischer schwarzer Rollkragenpulli. Zu Wort kommen unter anderem Jobs' Ex-Mitbewohner sowie ehemalige Mitarbeiter, aber etwa auch Designer Hartmut Esslinger aus dem Schwarzwald, der Apples "Snow White"-Design schuf.
Der Dreiteiler ergründet, wie aus der gegenkulturellen Attitüde des Post-Hippie-Valleys ein weltumspannender Megakonzern samt Streamingdienst mit eigenen Formaten werden konnte. Von der historischen Vorstellung des digitalen Vorreiters Macintosh über interne Streitereien und die brisante Entlassung des Firmengründers Jobs, der anschließend unter anderem bei Pixar tätig war; von seiner triumphalen Rückkehr zu Apple bis zur spektakulären Entwicklung des iPhones, das die moderne Welt radikal umgestalten sollte. Das von Apple entwickelte Smartphone habe "die Menschheit fundamental verändert", analysiert Zukunftsforscher Tristan Horx in der Doku. Mit Blick auf die gesamte, atemberaubende Apple-Geschichte fragt das Format aber auch kritisch: Zu welchem Preis?
Alle drei Teile der Doku sind ab Donnerstag, 26. März, in der ARD Mediathek abrufbar. Linear zeigt der Sender Folge 1 "Der erste Biss" am Montag, 30. März, 23.30 Uhr.
ARD History: Die Apple Story – Mo. 30.03. – ARD: 23.30 Uhr