Bekannte Stoffe und Figuren aus ungewohnten Blickwinkeln zu betrachten, hat in Hollywood seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Disney etwa befasste sich in "Maleficent – Die dunkle Fee" (2014) und "Cruella" (2021) mit den Vorgeschichten der Schurkinnen Maleficent (Malefiz) und Cruella de Vil aus den Animationswerken "Dornröschen" (1959) beziehungsweise "101 Dalmatiner" (1961). Ähnliches geschieht auch in der zweiteiligen Verfilmung des Musicals "Wicked – Die Hexen von Oz", das 2003 am Broadway seine Premiere feierte.
Das von Jon M. Chu ("Crazy Rich Asians") inszenierte Fantasy-Musical "Wicked" (2024) spielt vor den Geschehnissen aus Lyman Frank Baums Kinderbuchklassiker "Der Zauberer von Oz". Im Mittelpunkt des Musicals steht die Freundschaft der beiden Hexen Elphaba und Glinda, die im fantastischen Land Oz leben und durch eine Reihe unvorhergesehener Ereignisse plötzlich vor einer schwierigen Entscheidung stehen. Nachdem Ende 2024 mit "Wicked" das erste Kapitel erschien, folgte mit "Wicked: Teil 2" Ende 2025 der Abschluss der Leinwandversion, der zeitlich vor und während der Ereignisse aus "Der Zauberer von Oz" angesiedelt ist. Nun erscheint der Film ebenso wie das romantische Horror-Drama "Dracula – Die Auferstehung" mit Christoph Waltz und das Biopic "Springsteen: Deliver Me From Nowhere" auf DVD und Blu-ray.
"Wicked: Teil 2" (VÖ: 12. Februar)
Das von Jon M. Chu ("Crazy Rich Asians") inszenierte Fantasy-Musical "Wicked" (2024) beschrieb das Kennenlernen der grundverschiedenen Hexen Elphaba (Cynthia Erivo) und Glinda (Ariana Grande), die sich anfangs nicht ausstehen konnten, dann aber gute Freundinnen wurden. Als Elphaba erkannte, dass der mächtige Zauberer von Oz (Jeff Goldblum) ein machtgieriger Schwindler ist, trennten sich schließlich ihre Wege. In "Wicked: Teil 2" wird Elphaba nun in Oz als "Böse Hexe des Westens" dämonisiert und lebt im Exil in den Wäldern. Dort setzt sie sich weiterhin für die zum Schweigen gezwungenen Tiere ein und lässt nichts unversucht, um den gefährlichen Zauberer doch noch zu entlarven. Die in Oz gebliebene Glinda ist derweil zum Symbol des Guten aufgestiegen. Dennoch schmerzt sie die Trennung von Elphaba sehr. Als eine Aussöhnung zwischen ihrer alten Freundin und dem Zauberer scheitert, entfernen sich die beiden Hexen so weit voneinander wie nie zuvor. Doch dann taucht in Oz urplötzlich ein Mädchen aus dem Bundesstaat Kansas auf, und die angeblich so böse Hexe Elphaba sieht sich einem wütenden Mob gegenüber. Einzig ihre Wiedervereinigung mit Glinda scheint die Dinge noch zum Guten wenden zu können.
Preis DVD: circa 14 Euro
US, 2025, Regie: Jon M. Chu, Laufzeit: 133 Minuten
"Dracula – Die Auferstehung" (VÖ: 13. Februar)
Laut Guinness-Buch der Rekorde ist Dracula die am häufigsten in einem Film dargestellte literarische Figur. 2025 wurde die Geschichte um den bluttrinkenden Vampir aus Transilvanien ein weiteres Mal auf der großen Leinwand erzählt: Basierend auf Bram Stokers Roman "Dracula" erzählt der "Dracula – Die Auferstehung" von Prinz Vlad (Caleb Landry Jones), der sich im 15. Jahrhundert nach dem Tod seiner geliebten Frau Elisabeta (Zoë Bleu Sidel) von Gott und der Kirche abwendet und zum bluttrinkenden, unsterblichen Vampir wird. Rund 400 Jahre später meint er, in Mina (ebenfalls Zoë Bleu Sidel) seine alte Liebe wiederzuerkennen. Er stellt der jungen Frau nach und wird seinerseits aber von einem Priester (Christoph Waltz) verfolgt.
Preis DVD: circa 15 Euro
UK/FR, 2025, Regie: Luc Besson, Laufzeit: 126 Minuten
"Springsteen: Deliver Me From Nowhere" (VÖ: 6. Februar)
Darüber, ob dieser Mann so eine Würdigung verdient hat, dürfte es keine zwei Meinungen geben – er ist ja schließlich schon seit Jahrzehnten der "Boss". In über zwei Stunden Spielzeit erzählt "Springsteen: Deliver Me From Nowhere" nun ein kurzes, aber sehr bedeutendes Kapitel aus dem Leben von Rock-Legende Bruce Springsteen nach. Bei dem Film handelt es sich um die Adaption eines 2023 veröffentlichten Buches von Musikjournalist Warren Zane, das sich insbesondere auf die Entstehung des Albums "Nebraska" (1982) konzentriert – eine Platte, die sich zwar schlechter verkaufte als frühere und spätere Springsteen-Scheiben, aber dennoch Kultstatus erlangte. Die Mehrheit der Lieder nahm der Sänger und Songschreiber an nur einem einzigen Tag auf, dem 3. Januar 1982, ganz alleine mit seinem Vierspurgerät in einem Haus in New Jersey.
Wo Springsteen damals als Musiker stand und was ihn umtrieb kurz vor dem endgültigen Durchbruch – davon handelt nun "Deliver Me From Nowhere". Springsteen soll ab und zu selbst am Filmset vorbeigeschaut haben; mit der Arbeit von Hauptdarsteller Jeremy Allen White ("The Bear") ist er sehr zufrieden. Bei den GoldenGlobes 2026 war der 34-Jährige als bester Hauptdarsteller nominiert, musste sich letztlich aber gegenüber Wagner Moura ("The Secret Agent") geschlagen geben.
Preis DVD: circa 15 Euro
US, 2025, Regie: Scott Cooper, Laufzeit: 115 Minuten