Kreativ schien sich das "Predator"-Franchise nach Shane Blacks (einer der Nebendarsteller im Ursprungsfilm 1987) uninspiriertem Aufguss "Predator – Upgrade" aus dem Jahr 2018 erledigt zu haben. Ein halbwegs ordentliches Einspielergebnis dürfte die Entscheidungsträger dann aber doch dazu bewogen haben, die Reihe nochmals fortzusetzen. Beim fünften Teil übernahm Dan Trachtenberg die Regie, der mit seinem Debüt, dem Science-Fiction-Kammerspiel "10 Cloverfield Lane" (2016), positiv überrascht hatte. "Prey", so der Name seines ersten "Predator"-Kapitels, ging im Sommer 2022 allerdings nicht im Kino an den Start, sondern direkt auf der Streamingplattform Disney+. Das Besondere daran: Der Film springt handlungstechnisch weit in der Zeit zurück, taucht in das frühe 18. Jahrhundert ein und folgt einer gegen ihre Stammesregeln aufbegehrenden Komantschin, die sich dem titelgebenden außerirdischen Monster in den Weg stellt. Nach dem Animationsabenteuer "Predator: Killer of the Killers", das ebenso tief in der Geschichte gräbt, kam Ende 2025 wieder ein Realfilm auf die großen Leinwände. In "Predator: Badlands" wagt der erneut verantwortliche Dan Trachtenberg einen frischen Blick auf die bislang stets als feindlich beschriebene Alien-Spezies. Der Film erscheint nun ebenso wie das Biopic "Franz K." und die bayerische Komödie "Zweigstelle" auf DVD und Blu-ray.
"Predator: Badlands" (VÖ: 27. Februar)
Alter Stoff, völlig neu erzählt: Erstmals ist der Predator in "Predator: Badlands" kein böser Widersacher, sondern der Protagonist, mit dem das Publikum mitfiebern soll. Da die Kultur und die Hintergründe der extraterrestrischen Gattung stärker als früher im Fokus stehen, wurde eigens für sie eine einheitliche geschriebene und gesprochene Sprache entwickelt. "Predator: Badlands" spielt in der Zukunft auf einem entlegenen Planeten, auf dem sich zahlreiche gefährliche Lebewesen tummeln. Eben dort versucht sich der von seinem Clan verstoßene Jung-Predator Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) zu beweisen. Eine Verbündete findet er in Thia (Elle Fanning), einer Androidin, mit der er sich auf die Suche nach dem ultimativen Gegner macht.
Preis DVD: circa 15 Euro
US, 2025, Regie: Dan Trachtenberg, Laufzeit: 103 Minuten
"Franz K." (VÖ: 26. Februar)
Hoffnungen, dass der ewig enigmatische Schriftsteller Franz Kafka in "Franz K." endlich entschlüsselt wird, braucht man sich nicht zu machen. Dafür darf das Publikum sich wieder einmal auf eine große Würdigung freuen. Nicht so sehr das Werk, sondern vor allem ihr Erschaffer steht in diesem Film im Fokus, ähnlich wie 2024 auch schon in der ARD-Miniserie "Kafka" von David Schalko. Bei Agnieszka Holland ist Franz Kafka (Idan Weiss) auch wieder ein Fremdling in einer komischen Welt, die ihn nicht versteht – und umgekehrt. "Er dreht sich nur um sich selbst", verzweifelt Peter Kurth als Kafkas Vater Hermann. Der Franz, er soll etwas Anständiges lernen, soll arbeiten, soll heiraten, so wie es die bürgerlichen Gepflogenheiten des frühen 20. Jahrhunderts vorsehen. Den jungen Literaten, der irgendwie auch an sich selbst verzweifelt, beschäftigen derweil ganz andere Dinge – von der Schabe, die über den Esstisch kriecht, bis zur großen Frage danach, "was ein Wort wert ist".
Preis DVD: circa 15 Euro
CZ, 2025, Regie: Agnieszka Holland, Laufzeit: 123 Minuten
"Zweigstelle" (VÖ: 27. Februar)
Im bajuwarischen Kulturbetrieb kommt ein "lockerer" Umgang mit dem Sterben ja immer wieder mal ganz gut an, Stichwort: Enttabuisierung. Man denke etwa an den legendären "Münchner im Himmel" Aloisius, Bully Herbigs "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" oder Marcus H. Rosenmüllers Kultkomödie "Wer früher stirbt ist länger tot". In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt "Zweigstelle". Resis (Sarah Mahita) Freund stirbt an Krebs, posthum will sie ihm noch den Wunsch erfüllen, seine Asche auf einem Gipfel in den Allgäuer Alpen zu verstreuen. Doch daraus wird nichts: Resi und ihre Clique (Nhung Hong, Beritan Balci, David Ali Rashed) haben einen schweren Verkehrsunfall, jetzt sind sie auch alle tot. Und da fängt diese herrlich schwarzhumorige Geschichte erst richtig an. Nach dem Ableben landen Resi und Co. beziehungsweise ihre verstorbenen Seelen erst einmal in der "Zweigstelle Süddeutschland III/2". Mit Gott und dem Glauben hatten sie es alle nicht so, deshalb gilt es nun zu klären: Wohin mit diesen armen Teufeln? Theoretisch sähe das Regelwerk der Zweigstelle für sie ein Dasein im ewigen Nichts vor, aber darauf haben die frisch Verschiedenen nun wirklich keine Lust. Also kämpfen sie sich durch den jenseitigen Bürokratieapparat, der mindestens so ermüdend und undurchsichtig arbeitet wie zuweilen auch der irdische. In Gastrollen sind unter anderem Luise Kinseher, Maxi Schafroth, Rick Kavanian und Florian Brückner dabei.
Preis DVD: circa 15 Euro
DE, 2025, Regie: Julius Grimm, Laufzeit: 95 Minuten