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von-sinnen: Iris und Michael

Iris Scholz, 40, Schuhverkäuferin, und Michael Scholz, 42, Polier, aus Belm bei Osnabrück

ER: Kennen gelernt haben wir uns im Schwimmbad, sie war erst 14. Man hat eine Decke genommen und ist von Mal zu Mal näher gerutscht. Ich fand sie toll und hab sie immer ins Wasser geschmissen.

SIE: Ich fand das ganz nett und hab gewartet: Kommt er auch heute wieder rüber?

ER: Das Schöne war, wenn sie im Wasser war, bin ich hinterhergesprungen.

Und dann diese Berührungen im Wasser. Das war die erste sexuelle Begegnung. Wir umarmen uns heute noch gern im Wasser.

SIE: Ganz kuschelig. Dieses Klammern ist total schön.

ER: Sie hatte früher lange, blonde Haare. Affenstark sah das aus. Ich wollte schon richtig loslegen, aber sie war zu jung.

SIE: Da fehlten einfach noch ein paar Jahre.

ER: In einer Discothek haben wir uns dann erneut kennen gelernt. Da stand eine Bekannte von ihr, die war fein angezogen, im eleganten Hosenanzug. Ich wollte die anbaggern, hatte aber nur Jeans an. Da bin ich schnell nach Hause, hab mich umgezogen. Anzug mit Weste, aber sie war schon weg. Dann habe ich eben Iris einen ausgegeben. Seitdem waren wir ein festes Pärchen. 15-mal auseinander und wieder zusammen.

SIE: Wir waren verlobt und wieder entlobt. Haben uns ständig wegen Kleinkram gestritten.

ER: Ich wollte sie immer haben. Auch wenn wir nicht zusammen waren, habe ich ihre Typen von der Tanzfläche geholt. Bis ich in allen Discotheken Hausverbot hatte.

SIE: Schließlich stellte er mich vor die Wahl: Entweder du nimmst dich zusammen und machst nicht wegen jedem Scheiß Schluss, und wir nehmen uns eine gemeinsame Wohnung. Oder es läuft gar nichts mehr. Ich war schweißgebadet, aber ab da war es klar. Ich wollte ihn ja nicht für immer verlieren.

ER: Ich hatte ständig andere Freundinnen, aber da fehlten die Gefühle. Ich hab Bauchschmerzen gehabt, wenn sie nicht da war, und Schmetterlinge im Bauch, wenn sie da war. Die anderen Frauen waren eher Trotzreaktion.

SIE: Das hat mich natürlich gestört. Ich habe gesagt: Den heirate ich nie.

ER: Ein Jahr hat's gedauert bis zur ersten Nacht. Ich wollte es nicht mit ihr verderben, habe ihr jegliche Zeit gelassen, weil ich auch wusste, dass ich der Erste war. Je länger das gedauert hat, desto mehr habe ich mich darauf gefreut. Wie bei den meisten war die erste Nacht aber enttäuschend.

SIE: Man ist verkrampft. Ich fand das absolut nicht schön, wirklich schrecklich.

ER: Das allererste Mal war nach der Hochzeit meines Bruders. Ich kündigte meinen Eltern an, dass sie heute bei mir schläft. Meine Mutter war schwer entrüstet.

SIE: Im Zimmer standen zwei Betten. Seine Mutter ermahnte uns noch: Dass mir ja keiner rüberhuscht!

ER: Es hat zwei Jahre gedauert, bis wir zum ersten Mal das Licht angelassen haben. Guter Sex baut sich immer mehr auf, wird nach zehn Jahren immer schöner. Als einschneidendes Erlebnis habe ich die ersten Nächte nicht empfunden. Heute sehe ich beim Sex manchmal Sterne, damals nicht. Die riesengroße Liebe, monatelange Glücksgefühle gab es am Anfang nicht.

SIE: Bei mir auch nicht.

ER: Das hat sich erst entwickelt, als wir finanziell abgesichert, die Kinder größer waren und wir mehr Zeit für uns hatten.

SIE: Bei Frauen dauert das sowieso länger, bevor man mit jemandem schläft. Weil man meistens auch mehr will.