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"Lead Awards" : Ein Bild und seine Botschaft

Ein Mann sitzt im Gazastreifen auf seinem Sofa, das Haus ist zerstört: "Schlechte Aussichten" hat Fotograf Roberto Schmidt diese Aufnahme genannt. Sie ist als "Foto des Jahres" bei den "Lead Awards" nominiert. Wie zeigen weitere beeindruckende Fotos aus der aktuellen "Visual Leader"-Ausstellung.

Stern Nr. 47/2014  Alles im Lack  Fotograf Florian Müller

Stern Nr. 47/2014

Alles im Lack

Fotograf Florian Müller

Lackfetischisten im Wald, Albinos in Afrika und ein einsamer Helmut Kohl im Rollstuhl vor dem Brandenburger Tor: Die Veranstalter des Medienpreises "Lead Award" haben die nominierten Arbeiten in Hamburg präsentiert. Seit mehr als 20 Jahren werden mit dem Preis innovative Fotos, Magazinbeiträge, Websites und Werbekampagnen ausgezeichnet. Wer Sieger wird, steht am 29. Oktober fest, dann werden die Trophäen in der Hansestadt vergeben.

Zuvor können sich Neugierige ein Bild machen: Die Ausstellung "Visual Leader" zeigt ab jetzt bis zum 9. November in den Hamburger Deichtorhallen die ausgewählten Arbeiten, die in fünf Hauptkategorien mit mehreren Unterkategorien um die Preise konkurrieren. Ausgesucht haben sie mehr als 120 Experten aus der Kommunikations- und Medienbranche.

Hohe Qualität der Nominierten beeindruckt

Die Jury sei vom hohen Niveau der Beiträge überrascht gewesen, sagte Markus Peichl, Vorsitzender der Lead Academy und Jury, am Donnerstag. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals einen so großen kreativen Output hatten", meinte er. Die Themen der Beiträge reichen vom Mauerfalljubiläum über das Flüchtlingsdrama bis hin zur Fußball-WM in Brasilien. Publiziert wurden sie in den vergangenen zwölf Monaten in deutschen Zeitschriften, Zeitungen und Onlinemedien.

Bei den Zeitungen liegt etwa die "Süddeutsche Zeitung" mit vier Nominierungen vorn. Sie gehört wie die "B.Z.", "Der Tagesspiegel" und das "Neue Deutschland" auch zu den Kandidaten für die "Zeitung des Jahres". Zeitungen hätten ihre Kreativität gesteigert und den Abstand zu den Magazinen weiter verkleinert, betonte Peichl. Als "Lead Magazin des Jahres" gehen "Beef", "Hohe Luft" und "Zeit Magazin International" ins Rennen. 

DPA