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Lacey Spears zu 20 Jahren Haft verurteilt: Mutter vergiftet fünfjährigen Sohn für Facebook-Likes

Sie suchte Zuspruch und Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken - und verabreichte ihrem Sohn deshalb zu viel Salz. Das Kind starb und Lacey Spears wurde nun zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Lacey Spears verfolgte emotionslos die Urteilsverkündung

Lacey Spears verfolgte emotionslos die Urteilsverkündung

Jahrelang hat die US-Amerikanerin Lacey Spears ihrem Sohn Garnett-Paul zu viel Salz verabreicht - bis das Kind im Alter von fünf Jahren schließlich im Januar vergangenen Jahres an einer Überdosis starb. Nun ist die 27-jährige Mutter aus Westchester County im US-Bundesstaat New York wegen Totschlags zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Auf Facebook, Twitter und in Blogs berichtete Lacey Spears immer wieder vom schlechten Gesundheitszustand ihres Sohnes - und bekam daraufhin viel Zuspruch und Aufmerksamkeit von anderen Usern, wie lohud.com berichtet.

Die Frau leidet offenbar unter dem Münchhausen-Stellvertretersyndrom, einer psychischen Krankheit, die in den Betroffenen einen Geltungsdrang hervorrufen kann. Lacey Spears benutzte Garnett-Paul fünf Jahre lang, um auf sich selbst aufmerksam zu machen. Die häufigen Erkrankungen ihres Sohnes, die durch den hohen Salzgehalt im Körper ausgelöst wurden, nutze die Mutter, um ihr persönliches Schicksal zu dokumentieren. Warum sie ihm Salz verabreichte, ist unklar.

"Es ist offensichtlich, dass Lacey Spears an einer psychischen Störung leidet, aber sie ist voll zurechnungsfähig und führte ihre Handlungen bewusst aus", erklärte der Richter in der Urteilsverkündung. Aufgrund ihrer Erkrankung sei ihr aber die Höchststrafe erspart geblieben.

Mindestens 23 Mal in der Notaufnahme

Garnett-Paul war gerade mal fünf Tage alt, als er das erste Mal krank wurde. Die Ärzte diagnostizierten eine schwere Infektion mit hohem Fieber und Flüssigkeit in den Ohren. In den kommenden Jahren glich seine Krankenakte im Grunde denen der anderen Kinder, doch Garnett-Paul war viel häufiger im Krankenhaus. Bis zu seinem Tod wurde Garnett-Paul mindestens 23 Mal in die Notaufnahme gebracht. Die Mediziner stellten immer wieder einen auffällig hohen Salzanteil fest, den sie sich nicht erklären konnten. Der Natrium-Gehalt im Körper des Kindes stieg immer weiter an, bis Garnett-Paul wenige Tage nach seiner letzten Einlieferung in eine Klinik ins Koma fiel. Am 23. Januar wurde der Fünfjährige als hirntod erklärt und die Maschinen wurden abgestellt.

Nach einer umfassenden Untersuchung waren sich die Behörden sicher, dass Lacey Spears ihrem Sohn über eine Magensonde, die ihm wegen Gewichtsproblemen eingesetzt wurde, große Mengen an Salz verabreicht hatte. Spears hatte sich in den sozialen Netzwerken immer als tapfere und liebevolle Mutter präsentiert, die sich nur um ihren Sohn kümmert. Fast täglich postete sie die mitleiderregenden Einzelheiten von Garnett-Pauls Erkrankungen. Dabei wollte sie immer wieder ihr tragisches Schicksal zur Schau stellen. "Ihr Verbrechen ist in vielerlei Hinsicht unergründlich in seiner Grausamkeit. Es gibt Anlass zu vielen Fragen, auf die ich ehrlich gesagt keine Antworten habe", sagte der Richter im Gerichtssaal in Richtung Lacey Spears. Die 27-Jährige beantwortete keinerlei Fragen der Geschworenen und hörte sich die Urteilsverkündung emotionslos an.

tob

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