Hirschhausen und der Zucker
Mit Süßstoff in die MRT-Röhre: Hirschhausens "Belohnungssystem hat jubiliert"

  • von Hans Czerny
Richtige Ernährung hilft, sagt Dr. Eckart von HirschhausenHirschhausen. Hier trifft er Dr. Christoph Schmitz (links) vom gemeinnützigen Verein "Acker", der gerade mit Kindern an einer Berliner Grundschule Kohlrabi und Rote Bete erntet.
Richtige Ernährung hilft, sagt Dr. Eckart von HirschhausenHirschhausen. Hier trifft er Dr. Christoph Schmitz (links) vom gemeinnützigen Verein "Acker", der gerade mit Kindern an einer Berliner Grundschule Kohlrabi und Rote Bete erntet.
© WDR / Thomas Kierok
Nach dem Alkohol und der Altersdemenz sagt Dr. Eckart von Hirschhausen diesmal der Zuckerkrankheit den Kampf an. Im Selbstversuch und im Gespräch mit Betroffenen zeigt er auch Lösungen auf.

"14 Jahre und 60 Primetime-Shows sind genug", ließ Dr. Eckart von Hirschhausen vor Kurzem wissen. Fans, die seine Leichtigkeit bei seiner Wissensvermittlung schätzen, fürchteten schon, er habe für immer die Fliege gemacht. Doch der Arzt, Kabarettist, Autor und Entertainer hat sich nur ein Bärtchen wachsen lassen und eine Brille auf die Nase gesetzt. Zehn Kilo nahm er mittels Intervalldiät ab, weil die solide Gewichtsabnahme in allen Lebenslagen hilft. Auch in der neuen Primetime-Ausgabe von "Hirschausen und ...", die sich dem gefährlichen Zuckerkonsum und der sie auslösenden gefährlichen Krankheit Diabetes mellitus widmet, spielt die Gewichtabnahme samt einer gut gelaunten Aufforderung zu vermehrter Bewegung wieder eine gewichtige Rolle.

In Deutschland würden jährlich pro Kopf 33 Kilogramm Zucker konsumiert, rechneten Statistiker aus, mithin etwa 90 Gramm Zucker täglich. Wie kommt man diesem krankheitauslösenden Übel am besten bei? – Auch diesmal setzt sich Hirschhausen dem Feind in allerlei Selbstversuchen aus und sucht dabei nach möglichen Alternativen.

Auf dem Höhepunkt seiner Selbstdiagnose kommt er den sogenannten Zuckeraustauschstoffen auf die Schliche, indem er schon mal ein großes Glas Süßstoff schluckt und sich dann in eine MRT-Röhre legt, um zu beobachten, was das eigene Hirn so treibt. Die Botenstoffe spielten verrückt. "Ich fand das Zeug schrecklich, aber mein Belohnungssystem hat jubiliert wie bei einem Übergewichtigen", so Hirschhausens Fazit.

Wie sehr eine Ernährungsumstellung helfen kann, weist der Wissenschaftsjournalist anhand verschiedener Probanden nach. Eine medizinische Fachangestellte aus Düsseldorf verzichtete auf Anweisung ihres Arztes auf Kohlenhydrate. Seitdem hat sie keinen erhöhten Blutzuckerspiegel mehr und kann auf Insulinspritzen verzichten. Hirschhausen selbst verzichtete Tage lang aufs Essen und sortierte damit seine auf Süßes geeichten Geschmacksknospen neu.

Alles easy also? – Dauerhafter Diabetes greift auch Gefäße und Nerven an – Fußamputationen sind eine nicht seltene Folge. Dass es von Anfang an besser gehen könnte, wird anhand eines Schul-Ackers gezeigt, auf dem die Kinder selbst Gemüse anbauen und somit "echtes Essen" schätzen lernen. Zusatzstoffe und der versteckte Zucker in Softdrinks, Haupttreiber des Diabetes, sind sowieso verpönt. Ob da eine Steuerauflage hilft?

Hirschhausen und der Zucker – Mo. 23.02. – ARD: 20.15 Uhr

TELESCHAU

Mehr zum Thema