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Chemnitz: Antwort auf #wirsindmehr: Rapper Fler fordert ein Konzert für Ermordete

Nach dem Konzert unter dem Motto "Wir sind mehr" in Chemnitz hat Deutschrapper Fler auf Twitter gefordert, auch ein Konzert für "die Ermordeten" zu machen. Sein Vorschlag wird im Netz heftig kritisiert.

Kollage: Rapper Fler bei einem Auftritt, der Tweet von Fler zu Chemnitz und #wirsindmehr

Fler fordert ein Konzert für "die Leute, die ermordet wurden" – das hatten auch viele Rechtspopulisten gefordert

DPA

Es ist nicht das erste Mal, dass Rapper Fler für Diskussionen sorgt. Doch dieses Mal geht es nicht um seine Songtexte, sondern um eine Aussage auf Twitter. Aktuell wird über Flers Forderung diskutiert, nach dem #wirsindmehr-Konzert gegen Rechts auch ein Konzert für "die Ermordeten" zu veranstalten.

Nach den "Trauermärschen" in Chemnitz für den getöteten Daniel H., die überwiegend von Rechten wie Pegida, dem Bündnis Pro Chemnitz und sogar der AfD organisiert worden waren, und den Ausschreitungen, die am Rande der Trauermärsche stattgefunden hatten, wurde als Gegenveranstaltung ein großes Konzert organisiert. Unter dem Motto "Wir sind mehr" traten vor 65.000 Zuschauern Künstler wie Die Toten Hosen, Kraftklub, K.I.Z, Trettmann und Feine Sahne Fischfilet auf.

Auf Twitter: Kool Savas ist beleidigt, Fler sorgt mit seiner Antwort für Diskussionen

Rapper Kool Savas schrieb dazu etwas trotzig auf Twitter "Zu #wirsindmehr wird man mich wohl niemals einladen". Der Tweet des Berliner Rappers ist mittlerweile gelöscht. Was genau Savas mit seinem Tweet – der ein bisschen so klingt, als sei der Rapper beleidigt – kritisieren wollte, bleibt unklar. Was bei Twitter allerdings noch öffentlich einsehbar ist, ist die Antwort auf den Savas-Tweet. Darin schreibt der ebenfalls aus Berlin stammende Rapper Fler "Lass uns doch n Konzert für die Leute machen die ermordet wurden? #wirsindweniger"

Fler, der sich auf Twitter "Frank White" nennt, hat dort immerhin knapp 230.000 Follower. Entsprechend ließen auch die Reaktionen auf seine Forderung, die in den letzten Tagen auch vielfach in rechten Kreisen zu hören war, nicht lange auf sich warten. So schreibt User "Flolywood" beispielsweise: "Wenn du mit Leuten "trauerst", die Nazilieder singen und den Hitlergruss auspacken, dann sind das normale liberale Bürger?! #EherNazis". Dazu Fler: "alles kacke...aber ich höre Euch nur über Schwänze mit Hitlergruss reden...da wurde Leute ermordet! 😂🤦🏻‍♂️". Viele User kritisieren die Forderung Flers und scheuen nicht davor zurück, ihn als Nazi zu beschimpfen. Geduldig kontert der Deutschrapper die Anfeindungen und Vorwürfe gegen ihn. Er stellt sich seinen Kritikern und verteidigt seine Forderung.

Interessant ist auch, dass Fler in seiner Antwort auf den Savas-Tweet von "für die Leute die, ermordet wurden" spricht. Er scheint sich also nicht nur auf den Fall Daniel H. zu beziehen. Ob er damit alle Opfer von Angriffen durch Asylsuchende meint, weiß wohl nur der Rapper selbst. 

2005: Fler tritt in seinem Video mit Deutschlandfahne auf

Fler hatte schon 2005 für Diskussionen gesorgt, als er mit einer Deutschlandfahne in seinem Video auftrat. Damals rief der Rapper die "Neue deutsche Welle" aus und machte den Adler zu seinem Symbol. Einen HipHop-Künstler, der sich mit den Farben Schwarz-Rot-Gold schmückt, hatte es bis dahin noch nicht gegeben.

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht: Der "Feine Sahne Fischfilet"-Sänger hat in Chemnitz nicht den Hitlergruß gezeigt
hh
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