Pepsi Zero, Fruchtzwerge, Alpro Neue Nutri-Score-Regeln: Viele Hersteller steigen aus Lebensmittelampel aus

Auf vielen bekannten Produkten findet sich kein Nutri-Score mehr
Auf vielen bekannten Produkten findet sich kein Nutri-Score mehr
© Foodwatch
Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch hat herausgefunden, dass sich viele Hersteller von dem Nutri-Score auf ihren Produkten verabschieden. Eine neue Berechnungsgrundlage hätte für schlechtere Bewertungen geführt. Deshalb fordert foodwatch von der Politik Verbindlichkeit.

Seit Anfang des Jahres gilt eine neue Berechnungsgrundlage für den sogenannten Nutri-Score, einer Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel. Die strengeren Regeln führen offenbar dazu, dass sich zahlreiche Hersteller von der freiwilligen Lebensmittelampel verabschieden und diese nicht mehr auf Produkten abbilden. So fand die Verbraucherschutzorganisation foodwatch heraus, dass seit 2023 33 Hersteller, die sich zuvor für das Ampelsystem registriert hatten, nun auf den Nutri-Score verzichten. Darunter Marken wie PepsiCo, Danone, Alpro, Costa, Coppenrath & Wiese. Deshalb fordert foodwatch nun eine verbindliche Lebensmittelampel von der Politik.

Viele Produkte jetzt ohne Nutri-Score

Die Verbraucherschützerinnen und Verbraucherschützer haben die Registrierungslisten der RAL Logo Lizenz aus der offiziellen Regulierungsstelle für den Nutri-Score in Deutschland untersucht und festgestellt, dass viele Hersteller mit Sitz in Deutschland für alle oder einige ihrer Marken auf den Nutri-Score verzichten. So verzichtet etwa PepsiCo bei den Getränkemarken Pepsi, SchwipSchwap, Mirinda, Mountain Dew und Rockstar auf die Kennzeichnung. Während beispielsweise die Chipssorten Lay's und Doritos weiterhin mit dem Nutri-Score gekennzeichnet werden.

Bei Danone verhält es sich ähnlich. Das Unternehmen stieg bei Alpro, Actimel und den Fruchtzwergen aus dem Nutri-Score aus, bei den Produkten Activia und Dany ist er weiterhin auf den Verpackungen abgebildet. Die neuen Regeln kamen für die Hersteller nicht überraschend. Die seit Januar geltende Berechnungsgrundlage für Nährwerte wie Zucker Fett und Salz wurde bereits 2022 entwickelt.

Foodwatch hat berechnet, was die neue Berechnungsgrundlage für Produkte bedeutet hätte, die jetzt auf die Lebensmittelampel verzichten. So wäre beispielsweise Pepsi Zero von einem hellgrünen B auf ein gelbes C gesprungen. Alpro Mandel hätte sich ebenfalls von B auf C verschlechtert. Einen deutlicheren Absturz hätte es für Actimel classic von Danone gegeben. Das Joghurtgetränk wäre von B auf E gefallen.

Foodwatch fordert verbindliche Lebensmittelampel von der Politik

Weil ein freiwilliges Kennzeichnungssystem offenbar wenig bringt, wenn die teilnehmenden Unternehmen einfach aussteigen können, sobald sich ihre Produkte verschlechtern, fordert foodwatch von Bundesernährungsminister Alois Rainer die Einführung eines verbindlichen Nutri-Scores für Lebensmittel.

Dazu sagte Luise Molling von foodwatch in einer Pressemitteilung: "Sobald die Ampel von grün auf gelb oder rot springt, machen Danone, Pepsi, Harry Brot und Co. einen Rückzieher. Ein freiwilliger Nutri-Score macht es den Konzernen leicht, nur dann für Transparenz zu sorgen, wenn es ihnen in den Kram passt. Bundesernährungsminister Rainer muss das Rosinenpicken der Industrie beenden und dafür sorgen, dass der Nutri-Score verbindlich in Deutschland kommt." Nur so könne es aus Sicht von foodwatch für Verbraucherinnen und Verbraucher eine Orientierung im Supermarkt geben.

TELESCHAU

Mehr zum Thema