Zehn Monate nach seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche hat Leo XIV. am Samstag die Papst-Gemächer im Vatikan bezogen. Der 70-Jährige ziehe zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern in die Räumlichkeiten im Apostolischen Palast, erklärte der Vatikan. Diese umfassen demnach unter anderem Schlafzimmer, eine Kapelle, eine Bibliothek, ein Büro, ein Esszimmer und einen Raum, von dem aus der Pontifex jeden Sonntag das Angelus-Gebet durch ein Fenster mit Blick auf den Petersplatz spricht.
Die traditionellen Papst-Gemächer im Apostolischen Palast im Vatikan waren vom verstorbenen Franziskus nicht genutzt worden, weil dieser sich für eine bescheidenere Unterkunft entschied. Weil die Räume deshalb jahrelang leer standen, mussten sie für Leo XIV. umfangreich renoviert werden. In der Zwischenzeit wohnte der 70-Jährige weiterhin im Palast des Heiligen Offiziums, wo er schon vor seiner Wahl zum Oberhaupt der weltweit 1,4 Milliarden Katholiken als Kardinal lebte.
Leos Vorgänger Franziskus hatte 2013 mit seiner Entscheidung Aufsehen erregt, nicht in den prunkvollen Apostolischen Palast zu ziehen, sondern in eine bescheidene Wohnung im Gästehaus Santa Marta im Vatikan. Dort lebte er bis zu seinem Tod vor knapp einem Jahr.