Schließen
Menü

Indigo

Aktiv seit: 23.02.2017
0 Fragen in den letzten 30 Tagen
Alle Fragen von "Indigo"
0 Antworten in den letzten 30 Tagen
Alle Antworten von "Indigo"

Coronaimpfung

Was ich vergaß zu schreiben: Dieser Mechanismus entspricht genau dem natürlich ablaufenden Prozedere, als wenn wirklich ein Virus die Zelle befallen hätte (ab einem gewissen Punkt: das Virus hätte vorher noch ein paar Aufgaben zu erledigen). Nur fehlen halt alle anderen Teile der Virusinformation, weshalb die Impfung auf keinen Fall infektiös sein kann. Es ist quasi so, als wenn jemand von einem ganzen Auto (Virus) nur den Bauplan der Motorhaube (S-Protein) bekommen hätte. Damit kann er zwar in Zukunft die Marke und den Typ des Autos erkennen, aber durch die Gegend fahren geht damit noch lange nicht. Dennoch ist die Reaktion des Immunsystems absolut "echt", es steht also zu erwarten, dass auch das dadurch erzielte Gedächtnis entsprechend lange anhält (Monate bis Jahre, bei manchen Viren auch Jahrzehnte). Davon unabhängig, beeinflussen die natürlicherweise immer vorkommenden Mutationen des Virus den Impfschutz. Wenn das S-Protein in Mutationen soweit vom "gelernten" Baumuster abweicht, dass das Immunsystem das mutierte S-Protein nicht mehr erkennt oder dass die Antikörper nicht mehr gut daran passen, dann wirkt die Impfung bei diesen Mutanten nicht oder nur schlechter. Und wie schnell Viren mutieren, das hängt wieder von der jeweiligen Virusart ab und kann sehr unterschiedlich sein. Bisher haben wir den Eindruck, dass das SARS-CoV-2 nur moderat schnell mutiert, aber wir kennen es eben noch nicht sehr gut: Überraschungen sind nicht ausgeschlossen. Übrigens: Da der mRNA-Weg in unseren Zellen ein ganz normaler Weg der Informationsübertragung ist, der ständig(!) in lebenden Zellen stattfindet, ist ein Einbau der mRNA-Information in die eigentliche Erbinformation (DNA) der Zellen nahezu ausgeschlossen; sonst würden sich unsere Zellen ständig selbst torpedieren. Zudem gehören RNA (und dazu gehört die mRNA) und DNA verschiedenen Stoffklassen an, die nicht einfach ineinander eingebaut werden können.

Coronaimpfung

Die mRNA produziert nicht die "Virusspitze" (also Fragmente des S-Proteins) sondern dient nur als Bauplan dafür. Die eigentlichen "Fabriken" sind die Ribosomen in den Zellen. Nachdem die mRNA von den Ribosomen abgelesen wurde und die "Virusspitze" durch das Ribosom gebaut wurde, wird die mRNA abgebaut. Die mRNA bleibt also nur kurz im Körper, einige Stunden bis wenige Tage. Die hergestellten "Virusspitzen" werden von den Zellen präsentiert und lösen dann die Immunreaktion aus: Das Immunsystem lernt dieses Protein kennen und als "fremd" zu charakterisieren. Es bildet Antikörper dagegen und merkt sich den Aufbau auf verschiedene andere Arten. Mit der einsetzenden Immunreaktion werden dann auch diese "Virusspitzen" abgebaut und verschwinden somit aus dem Körper. Was bleibt, ist die Information darüber im "Gedächtnis" unseres Immunsystems. Ab diesem Zeitpunkt kann das Immunsystem dann viel schneller auf eindringende Viren reagieren, die dieses schon bekannte oder ein sehr ähnliches S-Protein tragen: Diese Viren stehen dann sozusagen auf der Fahndungsliste. Die zweite Impfung nach einigen Wochen triggert das Immunsystem noch einmal, quasi nach dem Motto: "Hey, das kommt imer wieder, das muss ich mir gut merken". Allerdings haben wir das Immunsystem bei Weitem noch nicht vollständig verstanden: Es birgt noch einige Geheimnisse. Und so können wir eben auch leider noch nicht abschätzen, wie lange das Immungedächtnis im Falle der mRNA-Impfung und beim SARS-CoV-2 anhält.