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SnorriStulurson

Aktiv seit: 03.02.2020
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Asbest in altem Putz und Fensterkitt?

in den 50er bis 60er Jahren wurde Asbest tatsächlich in Fensterkitt verwendet, in Asbestfolien, in Asbestfaserzement und am schlimmsten in Spritzasbest. Letzteres sieht ähnlich wie Putz aus, besteht aber zu ca. 90 Prozent aus Asbest und zu 10 Prozent aus Bindemitteln. Dagegen besteht Asbestfaserzement zu 90 Prozent aus Bindemittel und zu 10 Prozent aus Asbestfasern. Bei Asbestfaserzement muss man eigentlich in den Platten bohren, mit der Flex schneiden oder die Oberfläche schleifen damit die schädlichen Fasern frei werden. Bei Spritzasbest genügt jeder Luftzug und jede Berührung. Zu eurem Glück hattet Ihr wahrscheinlich nicht mit Spritzasbest zu tun. Der wurde nämlich fast nur als hochhitzeisolierender Brandschutz eingesetzt. Stahlträger sind eigentlich superhart und superstabil, verlieren diese Eigenschaft aber bei Hitze. Brennt ein Haus erreicht der Brand eine Temperatur von knapp über 1.000 Grad. Dann verliert der Stahlträger seine Tragkraft und das Haus stürzt ein. Deshalb schützte man solche Träger mit Asbestfaserzement oder Spritzasbest. Für normalen Wandputz oder Deckenputz hat man beides nicht eingesetzt. Vermutlich habt ihr .also Glück gehabt. Der Fensterkitt ist bei Eurer Vorgehensweise vermutlich gar nicht besonders angegriffen worden. Wenn doch sind Eure Lungen mit einer bestimmten Menge von Asbestfasern belastet, was diese leider dauerhaft schädigt. Allerdings ist eine solche einmalige Exposition eher nicht geeignet erheblichen Schaden oder gar Lungenkrebs auszulösen. Bauarbeiter die Spritzasbest verarbeitet haben oder tagelang mit der Flex Eternitplatten zugeschnitten haben, aber auch Menschen in Gebäuden mit Spritzasbest haben eine hundertfache, tausendfache oder zehntausenfache Exposition. Da muss schon eher jemand im Alter mit der Sauerstoffflasche leben oder bekommt Lungenkrebs. Die Fasern brechen nämlich in einer Länge die etwas größer ist als ein weißes Blutkörperchen. Gelangen eine Faser in ein Lungenbläschen versucht ein weißes Blutkörperchen die Faser zu fressen. Da die spitze Faser aber länger ist, platzt das Blutkörperchen und sendet ein Entzündungswarnsignal aus daraufhin machen sich die nächsten auf den Weg sterben wieder usw. Bei wenigen Fasern spielen diese Dauerverluste keine Rolle, der Körper muss auch wegen der eingeatmeten Keime und sonstigenm Dreck, der es weiter geschafft hat als bis zu den mit Flimmerhärchen als Reinigungsmittel ausgestatetten Bronchien ständig weiße Blutkörperchen einsetzen. Je mehr Asbestfasern es aber in die tiefere Lunge geschafft haben, desto mehr Körperabwehr wird verschlissen und desto mehr enzündet sich die Lunge. Früher waren auch Glasfasern aufgrund dieses Mechanismus lungenschädlich. Inzwischen hat man deren Durchmesser verändert und die brechen jetzt kürzer. Sie können also jetzt von weißen Blutkörperchen umschlossen werden. So geht pro Faserstückchen nur noch ein Blutkörperchen unter und dann ist das abtransportiert nicht eine endlose Folge und nichts ist erreicht. Also mutmaßlich Entwarnung war kein oder wenig Asbest und künftig aufgepasst bei altem Asbest und alter Glaswolle. Nur mit geeigneten Atemschutz und Spritzasbest nur von der Fachfirma. Da braucht es Ganzkörperanzüge und Vollschutzmasken Abschottung des Arbeitsbereiches und Schleusen. Die die das machen werden hochbezahlt und tragen oft spektakuläre Knasttattoos.