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Stiftung Stern

Erdbebenopfer von Nepal: Eine Gleitschirmfliegerin bringt 2500 Menschen ins Trockene

Die Menschen in Nepal leiden unter den Folgen des Erdbebens - noch immer. stern-Leser spendeten 50.000 Euro für die Opfer. Das Geld ging an "Karma Flights", eine Hilfsorganisation, die sich nun für den Bau von Notunterkünften engagiert.

Von Ana Goldscheider

Karma-Flight in Nepal

"Karma-Flights"-Gründerin Isabella Messenger mit Kindern in Nepal

25. April 2015, kurz vor 12 Uhr Ortszeit beben die Berge. Kurz darauf ploppen Eilmeldungen auf: "Schweres Erdbeben der Stärke 7,5 in Nepal, zwei Tote". Die ersten Zahlen lagen, wie so oft in diesen Fällen, noch im Ungefähren. Später werden sie sich auf äußerst unschöne Weise präzisieren: Die Stärke beträgt 7,8 auf der Richterskala, die Zahl der Toten steigt erst in die Hunderte, dann in die Tausende, nach einer Reihe von Nachbeben wird sie von der Regierung auf fast 9000 beziffert. Das stärkste Erdbeben in der Geschichte Nepals ging von der Region Gorkha aus. Fast 23.000 Menschen werden zudem verletzt, Opfer beklagen auch die Nachbarländer China und Pakistan. Der Mount Everest, höchster Berg der Welt, verschiebt sich um ganze drei Zentimeter.


Auch noch Wochen nach der Katastrophe leben hunderttausende Menschen auf den zerstörten Straßen Nepals ohne Dach über dem Kopf und wissen nicht, wie es weitergehen soll. Die ersten Hilfen starten zwar schnell nach dem Beben, sind aber knapp bemessen und reichen nicht aus um jedem die Versorgung zukommen zu lassen, die er benötigt. Zahllose Länder schicken Unterstützung in das Himalaya-Land, darunter Indien, Russland und Deutschland, sowohl in Form von Geld oder als Beistand vor Ort - allein in der Hoffnung das Chaos bewältigen zu können und Menschenleben zu retten.

Paragliding für den guten Zweck

Auch der stern hat eine Spendenaktion gestartet, um den Betroffenen zu helfen. Insgesamt sind bislang 50.000 Euro zusammengekommen, die an das Hilfsprojekt "Karma Flights" weitergeleitet wurden. Das Geld soll den betroffenen Menschen in Gorkha zu Gute kommen. Gorkha, das Epizentrum, liegt und ungefähr 180 Kilometer von Kathmandu. Viele Orte in der Unglückregion können dort nicht mit dem Auto erreicht werden, was die Hilfeleistungen zusätzlich erschwert. "Karma Flights" baut mit dem von stern-Lesern gespendeten Geld Unterkünfte für die Menschen und versucht ihnen Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen.

"Karma Flights" ist seit 2011 in Nepal ansässig und sammelt mit sogenanntem Charity-Paragliding Spenden, um verschiedene wohltätige Projekte zu unterstützen. Alle Einnahmen die die Organisation durch das Paragliding erzielt, spendet sie und ermuntert ihre Kunden zusätzlich dazu, etwas für ihre Projekte daraufzulegen.

Eigentlich sammelt "Karma Flights" Schulgeld

Isabella Messenger, eine Amerikanerin die vor acht Jahren nach Nepal ausgewandert ist, hat das Projekt gegründet. Ihr Hauptanliegen ist die Finanzierung von Schulgebühren armer Kinder. Seit der Naturkatastrophe aber ist ihr eigentliches Ziel in den Hintergrund gerückt. Stattdessen baut sie mit den Spenden nun Hütten für die obdachlos gewordenen Menschen. Inzwischen konnten sie und ihre Kollegen bereits 2500 Menschen ein schützendes Dach zur Verfügung stellen - auch sauberes Trinkwasser fließt nun wieder öfter.

Und doch gibt es noch sehr viel zu tun. Vor allem auch deswegen, weil die betroffenen Dörfer in den Bergen Nepals schwer zu erreichen sind. Es wird noch sehr lange dauern, bis Nepal wieder zurück in den Alltag kehren kann.

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