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Stiftung Stern

Ein Jahr Aktion Familien in Not: Dank an die engagierten Paten

Als Dank an die Paten ihrer Aktion Familien in Not lud Stiftung stern e.V. zu einer Podiumsdiskussion ein. Podiumsgäste waren unter anderen Ursula von der Leyen und Jörg Pilawa.

Was kann der Staat und was kann der Bürger tun, damit Familien nicht in Not geraten?" Unter dieser Frage eröffnete Thomas Osterkorn, Vorsitzender der Stiftung stern e.V. und stern-Chefredakteur, am 23. Juli 2011 die Podiumsdiskussion im Auditorium des G+J-Pressehauses. Vor rund 140 Gästen diskutierte er mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sowie Moderator und Produzent Jörg Pilawa mit Joachim Bordasch, Pate der Aktion "Familien in Not", und Rose Volz-Schmidt, Gründerin und Geschäftsführerin der gemeinnützigen Organisation "wellcome", über den Brennpunkt Familie, neue Formen der Solidarität und Staatsverantwortung. Im Mittelpunkt standen die Aufgaben und Anschlussstellen zwischen Staat und Bürgersolidarität – und die oft unbemerkten existenziellen Probleme von Familien in Deutschland.

Ein Dankeschön an die Paten

Gewidmet war die Veranstaltung den rund 1.350 Paten von "Familien in Not", denn sie machen dieses von der Stiftung stern – Hilfe für Menschen e.V. in Zusammenarbeit mit der Organisation "wellcome" entwickelte Pilotprojekt möglich. Seit dem Beginn der Aktion mit der stern-Titelgeschichte "Familien in Not" am 3. Dezember 2009, konnte 1.400 Familien mit 3.000 Kindern durch Spenden von mehr als 750.000 Euro geholfen werden. Das Projekt für junge Familien greift dabei auf das bundesweite "wellcome"-Netzwerk zurück. So besteht direkter Kontakt in die betroffenen Familien, denen mit dem Wissen erfahrener Sozialpädagogen geholfen wird. Ziel der Aktion ist es, Abstiegsszenarien, vehemente Überforderung und Nöte jenseits der Hartz IV-Debatte aufzuspüren und zukünftig zu vermeiden.

Lob von der Ministerin Ursula von der Leyen

"Es war eine zündende Idee der stern-Aktion "Familien in Not", die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die alles geben, um den Kopf über Wasser zu halten, die jeden Morgen aufstehen, die Kinder fertig machen, sich abrackern und dabei jeden Cent umdrehen. Die Paten und ehrenamtlichen Helfer von 'wellcome' sind zur Stelle, wenn die Kraft nicht mehr reicht. Sie geben den Familien neuen Mut, neuen Schub und etwas, was noch größer ist als Geld und Alltagshilfe: Sie geben ihnen den Glauben zurück, es selbst schaffen zu können", betonte Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, auf der Podiumsdiskussion vor allem den Ansatz der Aktion.

Bedarf an Unterstützung wird immer größer

Neben den Erfolgen der Aktion adressierte die Gesprächsrunde mit Blick auf die herrschende Not in vielen Familien aber auch die noch ungelösten Probleme: Was muss und was kann der Staat gegen finanzielle Armut und Chancenarmut in Familien tun? Reicht Geld allein, um Familien zu helfen? Und was motiviert Bürger dazu, sich zu engagieren? "Es macht Spaß, Teil dieser Arbeit zu sein", erklärte Joachim Bordasch sein finanzielles Engagement als Pate für "Familien in Not" - und dass, ohne die Familien zu kennen, die er unterstützt. Ihm gefalle die Einzigartigkeit des Projekts sowie die große Transparenz: Durch seine Ansprechpartnerin erfährt er stets von der Verwendung des Geldes - ob für Sachspenden oder Aktivitäten. "Ich fühle mich eingebunden", so Bordasch. Er hat schon zum zweiten Mal eine Patenschaft über zwölf Monate für eine Familie in Not übernommen. Wofür die finanzielle Hilfe der Paten eingesetzt wird, demonstrierte ein Film, der das Schicksal zweier Familien schilderte: So ermöglichte "Familien in Not" einer alleinerziehenden Mutter, für ihren Sohn ein Laufrad und einen Fahrradhelm zu kaufen. Oft mangele es jedoch auch an grundsätzlichen Dingen wie Windeln, Nahrung oder Kinderbetten, berichtete Rose Volz-Schmidt, Geschäftsführerin von "wellcome": "Durch die praktische Arbeit von 'wellcome' mit jungen Familien erleben wir die unterschiedlichen Gesichter von Armut in Deutschland. Es fehlt zunehmend an sozialen Netzwerken und Notfallrücklagen, so dass ein auftretendes Problem das gesamte Fundament ins Wanken bringen kann. Mit dem starken Engagement von Bürgern als Paten und den 'wellcome'-Koordinatoren mit ihren Netzwerkpartnern können wir diese Familien wieder in die Lage versetzen, sich selbst zu helfen." Damit es dazu kommen kann, ist zunächst jedoch das Zugeständnis der Betroffenen nötig, dass sie Unterstützung brauchen. "Wir haben einen Sozialstaat, der uns vieles ermöglicht, aber wir haben auch eine Armut, die verschwiegen wird. Es gehört unglaublich viel Mut dazu zu sagen, ich brauche Hilfe, obwohl ich vielleicht gerade über der Bezuschussungsgrenze liege. Diese Situation zu öffnen, wie das Projekt es tut, das macht unsere Gesellschaft reicher", sagte Jörg Pilawa, TV-Moderator, Produzent und selbst dreifacher Vater. "Die Unterstützung für 'Familien in Not' durch Paten zeigt, wieviel Solidarität unter deutschen Familien herrscht und was erreicht werden kann, wenn diese meist stillen Krisengebiete nur bekannt werden. Unser Dank gilt unseren Lesern und Paten, die das möglich gemacht haben und das Projekt für die Zukunft bestärken", schloss Thomas Osterkorn.

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Christina Pohl, Lara Wiedeking