Nach "Scheidung für Anfänger", "Sportabzeichen für Anfänger" und "Entführen für Anfänger" ist das Schauspielerehepaar Andrea Sawatzki und Christian Berkel erneut in einer turbulenten ARD-Degeto-Komödie zu sehen. "Berühmt sein für Anfänger" lautete der Arbeitstitel des vierten Films, der nun am Freitagabend als "Taxi für zwei" (Regie: Stefan Bühling) ausgestrahlt wird. Unter dem " ... für zwei"-Label soll es mit der inhaltlich voneinander unabhängigen Reihe ab sofort weitergehen.
Der scheinbar gefühlskalte Misanthrop Gregor Basil (Berkel) besteigt das Taxi der lebenslustigen, romantischen Elke (Sawatzki), in dem, wie so oft, der kitschige Soundtrack der Teenie-Romanze "La Boum" erklingt: Bühne frei für den ersten köstlichen verbalen Schlagabtausch, dem noch sehr viele folgen werden. Gregor ist es gewohnt, seine Mitmenschen mit seiner schroffen, abweisenden Art sprachlos zu machen. Doch mit der schlagfertigen Gute-Laune-Fee Elke hat er seine Endgegnerin getroffen. Das hat ein Tempo und einen Witz, der unweigerlich an die schon eine ganze Weile zurückliegende Erfolgsserie "Edel und Starck" erinnert. Kein Wunder, zeichnet doch in beiden Fällen Marc Terjung für das Screwball-artige Drehbuch verantwortlich, diesmal gemeinsam mit David Ungureit.
Es kommt immer anders, als man denkt
Griesgram Gregor ist Schriftsteller, allerdings ein wenig erfolgreicher, zumindest mit den Büchern, die er unter seinem eigenen Namen schreibt. Die kitschigen Liebesromane, die er unter dem Pseudonym "Vanessa Fox" verfasst – und hasst -, sind dagegen Bestseller. Ausgerechnet einer davon, "Windstoß der Liebe", soll nun mit einem mit 100.000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet werden. Die Bedingung: Vanessa Fox nimmt ihn persönlich entgegen. Ups!
Gregors Verlegerin Caroline (herrlich exaltiert: Lavinia Wilson) hat eine Idee: Eine Frau, die Vanessa Fox verkörpert, muss her. Und da kommt ganz zufällig Elke ins Spiel. Sie kann eine Finanzspritze gut gebrauchen und lässt sich daher trotz ihrer Aversion gegen Gregor auf das Lügenspiel ein. Das kann ja heiter werden bis zur Preisverleihung, für die Gregor Elke nicht nur briefen, sondern auch einkleiden muss. Am Ende hat Elke ihre Rolle so verinnerlicht, dass die Streithähne sogar darüber diskutieren, wer von ihnen die wahre Vanessa ist: "Ich bin Vanessa" – "ICH bin Vanessa!" – "Sind Sie nicht!" – "Bin ich doch! – "Sind Sie nicht" ... Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen: Nach den Fetzen werden wohl bald Amors Pfeile fliegen ...
Wer nun allerdings glaubt, mit der Preisverleihung sei das letzte Kapitel in dieser temporeichen Komödie geschrieben, irrt. Denn Elke alias Vanessa trifft bei ihrer Rede über die Liebe einen Nerv bei den Menschen und geht viral. Ein Star ist geboren, die Fans verfolgen sie auf Schritt und Tritt. Elke muss das Spiel weiterspielen. Nur: Wie lange kann sie die Lüge aufrechterhalten?
Ein gutes Paar im Leben wie im Film
"Taxi für zwei" beweist erneut, welch gutes Paar Andrea Sawatzki und Christian Berkel nicht nur im wahren Leben, sondern auch vor der Kamera abgeben. "Die Komödie kann nur 'komisch' auf den Zuschauer wirken, wenn man sie ernst nimmt", erklärt Sawatzki. "Man sollte nie versuchen, lustig zu sein. Eine Komödie wird im besten Falle lustig, wenn die Schauspieler Schweißperlen auf der Stirn haben. Komödien machen ist kein Spaß. Komödie ist Arbeit." – Und dass man ihr das nicht ansieht, so wie hier, das ist die wahre Kunst. Vor allem Andrea Sawatzki zeigt einmal mehr, was für eine großartige Komödiantin sie ist.
"Taxi für zwei" ist zwei Tage vorab in der ARD-Mediathek abrufbar, dort finden sich auch die drei vorherigen Filme der Reihe. Zwei weitere Komödien sind bereits in Planung.
"Ein Taxi für zwei" – Fr. 16.01. – ARD: 20.15 Uhr