"Die Spur: Benzos, Tilidin, Oxys – Jugend im Rausch"
Wenn Drogenkonsum verherrlicht wird – die Schattenseite der sozialen Medien

  • von Paula Oferath
Drogenkonsum wird in den sozialen Medien mitunter verherrlicht. Was können die Behörden unternehmen?
Drogenkonsum wird in den sozialen Medien mitunter verherrlicht. Was können die Behörden unternehmen?
© ZDF/Finally
Eine neue Reportage aus der ZDF-Reihe "Die Spur" verdeutlicht, wie rasch Jugendliche in die Drogenabhängigkeit geraten und wie sehr die Behörden an ihre Grenzen stoßen. Der provokante Titel: "Benzos, Tilidin, Oxys – Jugend im Rausch"

Soziale Medien haben sich längst zu Marktplätzen entwickelt, auf denen Drogen scheinbar mühelos bestellt werden können. Doch damit nicht genug: Auf Plattformen wie Instagram, TikTok und anderen wird der Drogenkonsum vielfach sogar offen inszeniert und regelrecht verherrlicht. Polizei und Fachleute stehen diesem Phänomen bisweilen nahezu hilflos gegenüber, den Entwicklungen im Netz lässt sich kaum etwas entgegensetzen.

Die Reportage "Benzos, Tilidin, Oxys – Jugend im Rausch" aus der ZDF-Reihe "Die Spur" verdeutlicht eindringlich, dass noch immer zu wenig getan wird, um Jugendliche vor diesen Gefahren zu schützen. Der Film zeigt auf, wie schnell junge Menschen in eine Abhängigkeit geraten können. Häufig schneller, als ihnen selbst bewusst ist.

Behörden fehle das "Rezept"

In der Dokumentation warnt der Mediziner Rainer Thomasius davor, wie rasch insbesondere Jugendliche durch Schmerz- und Beruhigungsmittel wie Oxycodon oder Alprazolam abhängig werden: "Für Jugendliche und junge Erwachsene ist der Konsum dieser Medikamente sehr gefährlich." Bereits eine Überdosis dieser Drogen könne schwerwiegende Folgen haben, etwa einen Herz-Kreislauf-Stillstand oder ein Atemversagen. Thomasius bringt dabei jahrzehntelange Erfahrung ein: Fast 20 Jahre lang war er ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters an der Uniklinik Hamburg.

Daniel Brombacher, Experte für organisierte Kriminalität in Europa, beschreibt in der Dokumentation die begrenzten Handlungsmöglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden. "Mein Eindruck ist, sie haben es auf dem Schirm, dass da etwas Neues entstanden ist, dass da ein Problem ist", erklärt Brombacher. Seit vielen Jahren befasst er sich intensiv mit dem internationalen Drogenhandel. Dennoch beobachtet er, dass kaum einer der beteiligten kriminellen Akteure ein ausgeprägtes Risikobewusstsein zeige: "Daran kann man sehr, sehr gut ablesen, dass unsere Behörden, das gilt nicht nur für Deutschland, das gilt auch für andere europäische Länder, noch kein Rezept dagegen gefunden haben."

Gedreht wurde die Dokumentation von Sanja Hardinghaus und Susanne Amann. "Die Spur: Benzos, Tilidin, Oxys – Jugend im Rausch" ist ab Mittwoch, 4. März, auch in der Mediathek des ZDF verfügbar.

Die Spur: Benzos, Tilidin, Oxys – Jugend im Rausch – Mi. 04.03. – ZDF: 22.45 Uhr

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