Idealismus und Profitgier passen nicht zusammen. Davon können die idealistische Tierärztin Maja (Bettina Zimmermann) und ihre Kollegin Julia (Meriel Hinsching) auch im dritten Film der ARD-Reihe "Zwei Frauen für alle Felle – Pferdeliebe" (Regie: Stefan Bühling, Buch: Antonia Rothe-Liermann und Anja Flade-Kruse) am Freitagabend im Ersten ein Lied singen.
Um zu verhindern, dass die kleine Praxis an den Konzern Sanaripets und den arroganten Tierklinikleiter Dr. Pfeifer (Max von Pufendorf) verkauft wird, hatte Maja sie im Pilotfilm kurzentschlossen von ihrem scheidenden Chef übernommen und Julia mit ins Boot geholt. Mittlerweile sind sie ein gut eingespieltes Team, trotz ihrer konträren Charaktere. Während Maja das Herz auf der Zunge trägt, weiß sie nach wie vor nichts von Julias finanziellen Sorgen wegen ihres Bruder Leo (Matti Schmidt-Schaller). Sie treibt ihrerseits mit ihrer, durchaus ehrenhaften, Arbeitsmoral die Praxis in die roten Zahlen.
Als eines Tages ein verletztes Pferd im Praxisgarten steht, staunen die Tierärztinnen nicht schlecht. Es handelt sich um das prestigeträchtige Turnierpferd Icarus. Sein Besitzer Karsten Hoffmann (Leopold Hornung) möchte das Tier schnell wieder in den Wettkampf schicken, er hat jede Menge Geld und Arbeit investiert, in das Pferd und in seine Medaillenhoffnung, die junge Reiterin Selma (Hannah Gharib). Dr. Pfeifer, der behandelnde Tierarzt, plant daher eine sofortige, lukrative Operation. Doch Maja hält den Eingriff für zu riskant und rät zur konservativen Behandlung. Ein Konflikt, der sich durch den ganzen Film ziehen wird.
Ist Wolfgang Stumph ausgestiegen?
Im Laufe der 90 Minuten offenbaren sich allerdings auch so einige private Konflikte. Selma etwa hat ganz persönliche Gründe, warum sie unbedingt jetzt mit Icarus bei der Meisterschaft starten möchte, statt auf die nächste zu warten. Maja wiederum hat neben ihren beruflichen auch mit familiären Herausforderungen zu kämpfen. Ihr Sohn Luis (Wanja Valentin Kube) schwänzt die Schule, was zum Streit mit ihrem Noch-Ehemann Steffen (Kai Schumann) führt, der immer noch auf Versöhnung hofft. Daran scheint Maja wenig Interesse zu haben – und stattdessen eine Art Hassliebe für ihren Gegenspieler Pfeifer zu entwickeln.
Zwei attraktive Streithähne, sympathische Figuren und die sommerlich-pittoresk in Szene gesetzte Region rund um Naumburg und Freyburg an der Unstrut: Das Rezept der Reihe scheint aufzugehen. Immerhin 3,29 Millionen Menschen schalteten bei den ersten beiden Filmen jeweils ein. Kommenden Freitag ist bereits der vierte Teil "Zwei Frauen für alle Felle – Neues Glück" zu sehen.
Allerdings deutet sich ein kleiner Wermutstropfen an: Wolfgang Stumph, der nach seinem Aus als Kommissar Stubbe als Majas Vater sein TV-Comeback gefeiert hatte, ist im aktuellen Film nicht zu sehen. Sollte er wirklich ausgestiegen sein, hat die ARD jedoch einen ebenso sympathischen Ersatz gefunden, wie die letzten Minuten zeigen ...
"Zwei Frauen für alle Felle – Pferdeliebe" – Fr. 06.03. – ARD: 20.15 Uhr