HOME

COMPUTER: Handy und PC für zu Hause steuerfrei vom Chef

Neue Lohnsteuerrichtlinien bringen Verbesserungen bei der dienstlichen Nutzung privater Kommunikationstechnik. So finaziert der Fiskus nebenbei eine Lohnerhöhung.

Das Finanzamt zeigt sich zukünftig großzügiger gegenüber Arbeitnehmern, die auch nach Dienstschluss telefonisch erreichbar sein müssen und deshalb ein Handy zur Verfügung gestellt bekommen. Wie die Allgemeine Deutsche Direktbank (DiBa) mitteilte, dürfen Firmen ihren Beschäftigten jetzt pauschal 20 Prozent der privaten Telefonrechnung inklusive der Grundgebühr erstatten. Angestellte müssten zudem dieses Telefongeld nicht versteuern. Möglich mache dies eine Neuregelung der Lohnsteuerrichtlinien.

Telefon: 20 Euro monatlich

Um in Genuss dieser Vorteile zu kommen reicht es aus, wenn der Arbeitgeber pauschal erklärt, dass der Angestellte ein Festnetztelefon oder Handy auch geschäftlich nutzt. Auf weitere Kontrollen verzichtet die Finanzverwaltung nach diesen Angaben. Voraussetzung ist, dass der Beschäftigte monatlich nicht mehr als 20 Euro pro Telefonanschluss erstattet bekommt.

Drei Monate mitschreiben

Zudem gibt es den DiBa-Angaben zufolge eine Richtlinie, nach der auch auf jene Arbeitnehmer künftig Vorteile zukommen, die nach Dienstschluss ausführlichere Gespräche mit Geschäftspartnern führen. Sie müssen nur noch drei Monate lang notieren, mit wem sie wie lange Gespräche führten, um dann den prozentualen Anteil der privaten und geschäftlichen Telefonate zu ermitteln. Erscheint der jeweilige Gesprächsanteil plausibel und kann der Arbeitnehmer glaubhaft machen, dass die Anteile auch in Zukunft in etwa gleich bleiben, kann er auf dieser Basis dauerhaft abrechnen.

»Wer unter diesen geänderten Voraussetzungen mit dem Chef über das Aushändigen eines Firmen-Handys reden will, hat jetzt ein weiteres gutes Argument auf seiner Seite«, meinte die DiBa. Der Arbeitgeber muss nämlich die Telefonkosten nicht zusätzlich zum Lohn übernehmen. Vielmehr könnte der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Einkommens verzichten und dafür als Gegenleistung ein auch privat zu nutzendes Handy erhalten.

Spendabler Fiskus

Gar spendabel verhält sich der Fiskus, wenn der Chef dem Angestellten das Handy, das Telefon, ein Fax oder einen PC nicht nur kurzfristig, sondern vollständig überlässt. In diesem Fall fordert das Finanzamt keinen Pfennig vom Arbeitnehmer, während der Arbeitgeber die Kosten voll als Betriebsausgaben absetzen kann. Dies gilt den Angaben zufolge sogar dann, wenn der Angestellte den PC ausschließlich privat nutzt. Mit dieser Bestimmung will der Bundesfinanzminister gezielt die steuergünstige Ausgabe von Multimedia-Computern durch Firmen an ihre Mitarbeiter fördern.

Themen in diesem Artikel