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Manager-Gehälter: So viel verdienen deutsche Aufsichtsratsbosse

Eine aktuelle Studie hat ermittelt, wieviel die Aufsichtsräte der deutschen Dax-Unternehmen verdienen. Das Ergebnis: Die Konzernhüter nagen keinesfalls am Hungertuch, kommen aber bei weitem nicht an die Spitzengehälter der Vorstände heran. 

Aufsichtsräte nehmen als oberste Kontrolleure und Vertreter der Interessen der Aktionäre eine wichtige Rolle in börsennotierten Unternehmen ein. Werden sie auch entsprechend entlohnt? Die Unternehmensberatung Towers Watson hat eine Studie angefertigt, die sich mit dem Verdienst der Aufsichtsräte in den deutschen Dax-Konzernen beschäftigt. Die Spannbreite bei den 30 Unternehmen ist groß, wie die Grafik zeigt:  


Am oberen Ende der Skala wird Paul Achleitner 2015 als Chefkontrolleur der Deutschen Bank 808.000 Euro einstreichen, gefolgt von Gerhard Cromme (Siemens/608.000 Euro) und Norbert Reithofer (BMW/563.700 Euro). Schlusslicht bei den Aufsichtsratschefs ist Wolfgang Büchele von Merck mit "nur" 97.800 Euro. Volkswagen hat nach dem Rücktritt von Ferdinand Piëch im April dieses Jahres derzeit keinen amtierenden Aufsichtsratsboss. Laut Geschäftsbericht hat Piech 2014 in dieser Rolle satte 1.475.300 Euro verdient. Damit würde er auch in diesem Jahr locker an der Spitze stehen. 

Die Vorsitzenden der Gremien verdienen in der Regel das Zwei- bis Dreifache eines normalen Mitgliedes. Viele Aufsichtsräte haben jedoch mehrere Mandate, so dass sie nicht nur von einem Unternehmen Geld überwiesen bekommen. 

Trotz dieser Spitzenbezüge: An die Vergütungen der Vorstände kommen die Kontrolleure bei weitem nicht heran. Das Durchschnittsgehalt der Aufsichtsratsvorsitzenden betrug 2014 rund 384.000 Euro. Die Summe entspricht etwa fünf Prozent der Höhe des Durchschnittsgehalt eines Dax-Vorstandsbosses, der 2014 etwa 5,3 Millionen Euro verdiente. 

Laut Towers Watson haben übrigens 57 Prozent der Dax-Konzerne die gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote von 30 Prozent im Aufsichtsrat noch nicht umgesetzt. Einen weiblichen Vorsitzenden gibt es nur ein einziges Mal: Bei Henkel, wo Simone Bagel-Trah dem Kontrollgremium vorsitzt. 


rös