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STRAFANZEIGE: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fairchild-Manager

Mitarbeiter des zahlungsunfähigen Flugzeugbauers Fairchild Dornier haben das Management des Unternehmens angezeigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen des Verdachts auf Insolvenzdelikte.

Wegen des Verdachts auf Insolvenzdelikte ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche des Flugzeugbauers Fairchild Dornier. Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl sagte am Mittwoch auf Anfrage, Hintergrund des Verfahrens sei eine Strafanzeige von vier Firmen-Mitarbeitern, die behaupteten, der Insolvenzantrag sei zu spät eingegangen. Dieser Frage gehe die Staatsanwaltschaft jetzt nach, sagte Hödl und bestätigte damit einen Bericht der »Financial Times Deutschland«.

Bereits 1500 Mitarbeiter entlassen

Fairchild Dornier musste im April wegen explodierender Entwicklungskosten für seine neue Flugzeugfamilie 728 Zahlungsunfähigkeit anmelden. Um den Betrieb bei dem Regionalflugzeugbauer aufrecht zu erhalten, hatten Bund und Freistaat Bayern sowie die Gläubigerbanken insgesamt 25 Millionen Euro für eine zur Verfügung gestellt. Damit soll der Verbleib der derzeit noch 2.100 Mitarbeiter von ursprünglich 3.600 Beschäftigten im Unternehmen sicher gestellt werden.

Russisches Konsortium will Fairchild übernehmen

Anfang der Woche zeichnete sich eine mögliche Rettung des Unternehmens ab. Insolvenzverwalter Eberhard Braun hatte am Montag bestätigt, dass ein russisches Konsortium den gesamten Betrieb des Flugzeugbauers übernehmen will. Wenn wesentliche ökonomische und rechtliche Voraussetzungen geklärt werden könnten, sei damit doch noch eine Rettung des letzten deutschen Regionalflugzeugbauers möglich, hatte Braun erklärt. Der Gläubigerausschuss will am 5. November über das weitere Vorgehen entscheiden.