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Tornado-Katastrophe Familie von getötetem Lieferfahrer verklagt Amazon

Das Amazon-Lagerhaus in Edwardsville, Illinois, wurde von Tornados zerstört
Das Amazon-Lagerhaus in Edwardsville, Illinois, wurde von Tornados zerstört
© Jason Tan/ / Picture Alliance
Der verheerende Tornado erwischte Austin McEwen auf der Toilette der Amazon-Lagerhalle. Nun verklagen seine Eltern die Firma, weil diese Profite über die Sicherheit der Mitarbeiter gestellt habe.

Sechs Menschen starben am 10. Dezember, als ein Tornado eine Amazon-Lagerhalle im US-Bundesstaat Illinois zerstörte. Nun verklagt die Familie eines der Opfer den Versandhandelsriesen wegen fahrlässiger Tötung. Die Eltern des getöteten Lieferfahrers Austin McEwen werfen dem Konzern vor, die Mitarbeiter nicht rechtzeitig evakuiert zu haben, wie US-Medien berichten.

In der Klage heißt es, Amazon habe von den Arbeitern rücksichtslos verlangt, bis kurz vor dem Eintreffen des Tornados weiterzuarbeiten. "Es hat den Anschein, dass Amazon in der Weihnachtszeit den Profit an die erste Stelle gesetzt hat, anstatt die Sicherheit unseres Sohnes und der anderen fünf Familien, die Angehörige verloren haben, zu gewährleisten", sagte Alice McEwen am Montag in einer Pressekonferenz. Sie ist die Mutter des 26-Jährigen, der bei dem Unglück ums Leben kam, als er auf der Toilette des Lagerhauses Schutz suchte. Auch gegen die Baufirma und den Bauträger reichte die Familie Klage ein. 

Amazon wies die Vorwürfe zurück. Die Klage verkenne wichtige Fakten, "wie den Unterschied zwischen verschiedenen Arten von Unwettern und Tornado-Warnungen sowie den Zustand und die Sicherheit des Gebäudes", erklärte eine Sprecherin gegenüber CNN. In der Region komme es öfter zu schweren Unwettern, es sei unüblich, deshalb Betriebe vorsorglich zu schließen. Zudem sei das Gebäude weniger als vier Jahre alt gewesen und unter Berücksichtigung aller Bauvorschriften gebaut worden.

Ermittlungen laufen

Bereits kurz nach dem verheerenden Unglück waren schwere Vorwürfe gegen Amazon laut geworden. Mitarbeiter und Angehörige berichteten, der Arbeitgeber habe seine Belegschaft nicht rechtzeitig vor dem heranziehenden Tornado gewarnt, sondern diese weiter ihre Arbeit machen lassen. Daher hätten es nicht alle rechtzeitig in den vorgesehenen Schutzraum geschafft. Auch die Arbeitsschutzbehörde OSHA hat Ermittlungen eingeleitet. Amazon hatte die Vorwürfe bereits damals zurückgewiesen.

Austin McEwen war nicht direkt bei Amazon angestellt, sondern arbeitete als Subunternehmer. Nichtsdestotrotz will seine Familie nun Amazon zur Rechenschaft ziehen. Bereits am Vortag sei klar gewesen, dass in dem Gebiet eine Tornado-Gefahr bestehe und die Warnung sei im Laufe des Tages noch verschärft worden, sagte Jack Casciato, einer der Anwälte zu CNN. "Die Frage, die Amazon beantworten muss, lautet: Warum befanden sich diese Arbeiter in dem Gebäude?"

Quellen: CNN / ABC

bak

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