Die Haftstrafen im Prozess um die Fußballkrawalle von Port Said lösen konträre Reaktionen in den Fanlagern aus. Doch über Freisprüche für Polizisten sind beide Gruppen entsetzt.
Heftige Emotionen nach dem Richterspruch: Fans des Kairoer Fußballklubs Al-Ahli reagieren lautstark auf die Urteile im Prozess um die tödliche Krawalle bei einem Spiel gegen Al-Masri in Port Said vor mehr als einem Jahr. Das Gericht in Kairo verurteilte rabiate Fans und Polizisten zu langjährigen Haftstrafen. Zudem bestätigte es 21 Todesurteile, die bereits vor gut einem Monat in dem Verfahren ausgesprochen worden waren.
Für Ärger sorgen allerdings Freisprüche für sieben Polizisten. Fans beider rivalisierender Fußballclubs äußern sich darüber enttäuscht. Militante Fußballfans aus Kairo stürmen einen Komplex mit einem Club für Polizeioffiziere und stecken mehrere Gebäude in Brand, wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte mitteilt. Kurz darauf steht auch der Sitz des ägyptischen Fußballverbandes in der Hauptstadt in Flammen.
Am 1. Februar 2012 waren bei den Ausschreitungen in der Hafenstadt Port Said 74 Menschen ums Leben gekommen, als Fans des örtlichen Vereins Al-Masri nach dem Abpfiff brutal auf Anhänger des rivalisierenden Al-Ahli-Clubs losgingen.