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Fußball-Hooligans: Polizei fürchtet Krawalle in Deutschland

Straßenschlachten, brennende Autos und Angriffe auf Polizeikasernen: Auch in Deutschland sind solche Fußballkrawalle möglich, meint die Polizeigewerkschaft. Deren Chef Freiberg warnte vor der radikalen Hooligan-Szene und machte konkrete Lösungsvorschläge, die vielen "Fans" nicht gefallen werden.

Schwere Fußballkrawalle wie derzeit in Italien hält die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auch in Deutschland jederzeit für möglich. "In Teilen Deutschlands ist die Gewaltbereitschaft erschreckend groß", sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". In den vergangenen Jahren habe sich im Amateurfußball eine radikale Hooligan-Szene entwickelt, die schnell außer Kontrolle geraten könne. Daher sei es höchste Zeit, "hier energisch gegenzusteuern, um keine italienischen Verhältnisse zu bekommen", fügte Freiberg hinzu.

In erster Linie sieht der Gewerkschafter hier den Deutschen Fußball-Bund und die Vereine gefordert. "Klar ist, dass bei der Polizei personell das Ende der Fahnenstange erreicht ist", wird er zitiert. Für die Sicherheit in unteren Ligen müssten Verbände und Vereine mit Fan-Projekten, strengen Einlasskontrollen und drakonischen Maßnahmen, etwa lebenslangen Platzverboten, schon selbst sorgen. Notwendig sei aber auch eine striktere Gangart der Justiz. "Wichtig ist, dass Krawallmacher schneller abgeurteilt werden. Sie sind nur zu beeindrucken, wenn die Strafe auf dem Fuße folgt", sagte Freiberg weiter. Unerlässlich für eine effektive Strafverfolgung sei zudem, dass Randalierer aus dem Amateurfußball konsequenter in die bundesweite Hooligan-Datei Eingang fänden. Bisher stünden dort in erster Linie Anhänger von Erst- und Zweitligisten.

Spiele in Italien abgesagt

Nach dem tödlichen Schuss auf einen Fan hat der italienische Fußballverband FIGC alle Spiele der Zweiten und Dritten Liga am Wochenende abgesagt. Das teilte die Organisation am Montagabend mit. Wegen eines Qualifikationsspiels der Nationalmannschaft zur Europameisterschaft 2008 in Schottland hat die Erste Liga ohnehin Spielpause.

Ein Polizist hatte am Sonntag einen Anhänger des Clubs Lazio Rom erschossen. Der Beamte wollte eine Schlägerei zwischen Fans stoppen. Nach dem Vorfall kam es zu Ausschreitungen, bei denen allein in Rom mindestens 40 Polizisten verletzt wurden. Rund 200 erzürnte Fans griffen in der Nacht mehrere Polizeikasernen sowie das Olympiastadion an.

Reuters/AP / AP / Reuters

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