Der "große böse Wolf" war schon bei den Gebrüdern Grimm Thema. Seit das Raubtier langsam aber sicher auch in Deutschland wieder sesshaft wird, zieht die allgemeine Streitfrage "abschießen oder nicht?" vermehrt das Interesse von Drehbuchautorinnen und -autoren an: Im ARD-Krimi "Wolfsjagd" kämpfte Maria Simon 2023 als Wildhüterin bereits gegen Vorurteile gegenüber ihren Wölfen, nachdem in Brandenburg die Leiche einer jungen Frau gefunden wurde. In "Der Garmisch-Krimi – Wolfsmord" wurde Anfang 2026 ein Wolfsschützer ermordet. Ein Todesopfer gibt es nun auch im neuen Film "Der Wolf" der ZDF-Reihe "Neuer Wind im Alten Land" (Regie: Stefanie Sycholt, Buch: Kirsten Peters, Gerlind Becker), dabei handelt es sich allerdings klassisch um ein Schaf.
Doch der Reihe nach: Ausgerechnet am Tag ihrer Scheidung sichtet die Lokalreporterin Beke Rieper (Felicitas Woll) bei einem morgendlichen Spaziergang am Elbdeich einen Wolf. Fasziniert schießt sie ein Foto für die Altländer Tageszeitung, das nicht nur in der Redaktion für hitzige Diskussionen sorgt: "Bin mal gespannt, wann er das erste Schaf reißt", sagt Bekes Kollege Ralf Albers (Sascha Nathan). Die neue Volontärin Zarah (Safinaz Sattar), die sich aktiv für den Wolfsschutz einsetzt, entgegnet: "Wir müssen mit dem falschen Narrativ über den Wolf aufhören und den Lesern erklären, dass es gut ist, wenn gefährdete Tierarten sich erholen."
Das Für und Wider in der Wolfs-Debatte
Leider bewahrheitet sich die Befürchtung von Ralf Albers nur allzu schnell: Schon in der nächsten Nacht wird ein Schaf am Deich gerissen. Die Schäferin Dorothea Petersen (Sabine Vitua) kann einen Antrag auf Schadensausgleich beim Land stellen: "Das Land bestimmt, was das Schaf wert war, und übernimmt die Kosten anteilig", erklärt sie Beke: "So um die 100 Euro" bekomme sie dann wohl: "Das ist alles so bürokratisch", klagt sie weiter: "Dabei geht's doch um meine Daisy!" Ob alle ihre Schafe Namen hätten, hakt Beke nach. "Ja, die haben alle ihre eigene Persönlichkeit", antwortet Petersen.
In Dialogen wie diesen werden die verschiedenen Seiten der Debatte im Film wieder und wieder von unterschiedlichen Seiten beleuchtet, was ihm eine hochaktuelle gesellschaftliche Note verleiht. Als Unterstützerin des Wolfes entpuppt sich letztlich Bekes Mutter, als sie erfährt, dass es sich bei dem Tier um eine Wölfin handelt, die noch dazu Jungtiere bei sich hat. Beke hat derweil auch mit privaten Zweifeln zu kämpfen: Nach der vollzogenen Scheidung taucht ihr Ex David Hofstetter (Martin Bretschneider) vermehrt in ihrem Leben auf – sehr zum Missfallen von Bekes früherem Ex-Freund Paul Harms (Steve Windolf).
Mit vier anstelle der bisher üblichen zwei neuen Folgen pro Jahr kommt die ZDF-Reihe "Neuer Wind im Alten Jahr" 2026 in doppelter Stärke zurück. Die bisherigen vier Folgen erreichten bei der Erstausstrahlung zwischen 2024 und 2025 zwischen 4,22 Millionen und 5,17 Millionen Menschen. Die Gesamtmarktanteile lagen zwischen 15,8 Prozent und 18,3 Prozent. Der zweite neue Film "Neuer Wind im Alten Land – Miss Alte Land" ist am Sonntag, 26. April, um 20.15 Uhr, im ZDF zu sehen. Alle vier Filme stehen zudem bereits ab Donnerstag, 2. April, auf ZDF.de zum Stream bereit.
Neuer Wind im Alten Land: Der Wolf – So. 19.04. – ZDF: 20.15 Uhr