Apollo 1 – Die wahre Geschichte / Artemis II – Zum Mond und weiter
Die vergessenen Astronauten

  • von Hans Czerny
Am 3. Juni 1965 wagte Ed White als erster Amerikaner den Ausstieg aus einem Raumschiff im All. Er starb am 27. Januar 1967 in der brennenden Raumkapsel Apollo 1.
Am 3. Juni 1965 wagte Ed White als erster Amerikaner den Ausstieg aus einem Raumschiff im All. Er starb am 27. Januar 1967 in der brennenden Raumkapsel Apollo 1.
© ARTE / NASA
Es ist wieder so weit: Nach über 50 Jahren fliegen NASA-Astronauten wieder zum Mond, zumindest wollen sie ihn umkreisen. Höchste Zeit für ARTE, um sich zu erinnern an den ersten Menschen, der 1969 den Mond betrat, aber auch an das Unglück von 1967, bei dem drei Astronauten starben.

Der Wettlauf zum Mond, das "Space Race", geht weiter – nach mehr als 50 Jahren. 1972 flogen Menschen letztmals zum Mond. Dass es dann zu einer so langen Pause kam, war in erster Linie der Weltlage geschuldet, der Kalte Krieg war vorbei und Neil Armstrong hatte mit seinem Spruch "Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit" beim Betreten des Mondes ein klares Zeichen für die amerikanische Überlegenheit gesetzt. Das schlimme Unglück von Apollo 1 von 1967, nur wenige Monate zuvor, bei dem drei Astronauten verbrannten, war da fast vergessen. ARTE setzt die Erinnerung daran an den Beginn eines Themenabends, an dem sich alles um die Eroberung des Mondes dreht – von Kennedys Vorankündigung 1961 bis hin zum neuesten Weltraum-Projekt "Artemis II".

Am 27. Januar 1967 starben drei amerikanische Astronauten bei einem Testversuch auf dem Gelände von Cape Canaveral in ihrer brennenden Raumkapsel Apollo 1. Ihr Flug zum Mond war im Rennen mit dem Raumfahrtprogramm der Sowjetunion eigentlich zwei Monate später eingeplant. Hatte die Herausforderung Kennedys, der vor dem Kongress 1961 den Flug zum Mond "vor dem Ende des Jahrzehnts" versprochen hatte, zur Katastrophe geführt, war sie der entstandenen Hektik geschuldet?

Die Herausforderung der Organisation, der Techniker und Ingenieure, war jedenfalls übergroß. Womöglich konnte man überhaupt erst aus tödlichen Verfahrensfehlern lernen, damit die Mondlandung am 21. Juli 1969 gelingen konnte. Die Dokumentation von Mark Craig (USA, GB, D, 2024) stellt solche Überlegungen zwar am Rande an und lässt NASA-Mitarbeiter technische Fehler eingestehen. Doch vor allem ist sie eine Erinnerung an die drei Astronauten Gus Grissom, Ed White und Roger Chaffee, die bei einem sogenannten "Routinetest" auf der Erde ums Leben kamen. Nahe Verwandte – der Bruder, die Tochter – entreißen sie in ihren Erinnerungen eindrucksvoll der Vergessenheit.

Die Dokumentation "Artemis II – Zum Mond und weiter" zeigt die Vorbereitungen zur ersten bemannten Mondumkreisung der NASA seit Apollo 17 im Jahr 1972. Rakete und Raumkapsel wurden bereits 2022 unbemannt erfolgreich getestet und sollen Vorbereiter einer dauerhaften Mondbesetzung sowie einer künftigen bemannten Marsmission.

Apollo 1 – Die wahre Geschichte – Sa. 21.02. – ARTE: 20.15 Uhr

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