Die österreichische Marktgemeinde Stinatz ist ein Ort, an dem die Welt noch voll und ganz in Ordnung scheint: Jeder kennt hier jeden, und die Polizei hat in der Regel wenig zu tun. Wäre da nicht der tote Mann, der in "Dorfkrimi – Die Uhudler Verschwörung" (Regie: Daniel Geronimo Prochaska, Buch: Stefan Hafner, Thomas Weingartner) tot auf den spießigen beige-braunen Fließen im Weinkeller liegt: Der Winzer Alois Fabsits (Heinz Arthur Boltuch) starb scheinbar bei einem Gärgasunfall: "Das kommt in der Gegend leider öfter vor", erklärt die diensthabende Streifenpolizistin (Hannah Darabos): "Du brauchst nur vergessen, den Gärgasventilator einzustecken." Doch wegen eines "Depschers" am Kopf und fehlendem Hagelschaden am Auto des Toten, vermutet Inspektor "Schiffi" Sifkovits (Thomas Stipsits) "einen bedenklichen Todesfall": ARTE zeigt den zweiten "Dorfkrimi", basierend auf dem Roman "Uhudler-Verschwörung – Ein Stinatz-Krimi" von Hauptdarsteller Thomas Stipsits erstmals.
Gefunden wurde der Tote von seiner Frau Christa (Eva Maria Marold). Die erinnert sich auch, dass Alois kurz vor dem Unfall bei seinem Mitarbeiter Adrian Popescu (Vlad Chiriac) war: "Die haben irgendwas besprechen müssen wegen dem Uhudler. Es ist immer irgendwas wegen 'm Uhudler." Bei dem titelgebenden Getränk handelt es sich um eine südburgenländische Weinspezialität, die aus so genannten Direktträgerreben hergestellt wird.
Eine Spur führt nach Rumänien
Dieses Getränk ist auch bei Schiffis Mutter Baba Sifkovits (Erika Deutinger) und ihren Freundinnen von der "Kopftuchmafia" (so lautete der österreichische Titel des ersten Films) sehr beliebt. So kommt es, dass sich die betagten Damen abermals mit Feuereifer in Schiffis Ermittlungen einmischen: Menschlich gesehen, so berichtet Franz Maikits (Christoph Krutzler), vor dessen Laden sich die Damen gerne treffen, sei der Tote "a richtige Drecksau" gewesen. Adrian Popescu erzählt außerdem von einem Streit, den Alois Fabsits zwei Wochen vor seinem Ableben mit dem Weinbauern Markus Schillinger (Felix Kreutzer) hatte. Ist das womöglich schon ein Mordmotiv?
Gemeinsam mit dem Pfarrer (Clemens Berndorff) unternehmen Schiffi, seine Mama und Resl Grandits (Erika Mottl) auf ihrer Spurensuche gar eine Reise nach Rumänien, sehr zum Ärger von Schiffis Chef (Alexander Absenger): Der sähe es lieber, dass der Polizist lieber endlich den Hühnerdieb schnappt, der in Stinatz sein Unwesen treibt ...
Erfolgreich in Österreich
Mit einer typisch österreichisch-skurrilen Geschichte, eigenartigen Provinzlern und einer großen Portion Dialekt traf "Kopftuchmafia – Ein Stinatz-Krimi" 2024 trotz einer eher langatmigen Geschichte vor allem beim österreichischen Publikum einen Nerv: Rund 1,05 Millionen Menschen verfolgten die Ermittlungen, was den besten Wert eines ORF-1-Prime-Time-Films seit Dezember 2022 darstellt. Der gemessene Marktanteil von 39 Prozent in der Zielgruppe der über zwölfjährigen Zuschauer ist sogar der beste Wert seit 20 Jahren.
Auch der zweite, ein Stück weit spannendere Film "Uhudler-Verschwörung – Ein Stinatz-Krimi" konnte im Nachbarland punkten: Bis zu 1,025 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer bescherten ORF 1 im Oktober in der Primetime einen Marktanteil von 38 Prozent. Wie der erste Film punktet auch die Fortsetzung vor allem mit den skurrilen Eigenheiten der Provinzler, ergänzt wird das unterhaltsame Treiben des Schmunzelkrimis diesmal sogar mit gesungenen Passagen in schwarz-weiß gedrehten Szenen.
Ein dritter Film unter dem Titel "Eierkratz-Komplott" ist bereits abgedreht. In der ARTE Mediathek ist "Dorfkrimi – Die Uhudler Verschwörung" bereits ab Freitag, 9. Januar, abrufbar.
Dorfkrimi – Die Uhudler Verschwörung – Fr. 16.01. – ARTE: 20.15 Uhr