Da sind sie also wieder, älter zwar, aber immer noch genauso chaotisch wie früher: Bei Disney+ gibt es ab 10. April in "Malcolm Mittendrin: Unfair wie immer" eine kleine, aber feine Wiedersehensparty mit einer der schrägsten Familien der TV-Geschichte. In vier Folgen muss sich das ehemalige Wunderkind Malcolm (Frankie Muniz) knapp 20 Jahre nach dem Ende der Originalserie mit seinen Eltern und seinen Geschwistern zusammenraufen.
Einfach ist das nicht, Malcolm hat sich verkrümelt und lebt in sicherer Entfernung zum Chaos sein eigenes Leben: mit Tochter Leah (Keeley Karsten) und Freundin Tristan (Kiana Madeira). Doch die Ruhe währt nicht lange: Papa Hal (Bryan Cranston) und Mama Lois (Jane Kaczmarek) wollen ihren 40. Hochzeitstag groß feiern - und beordern Malcolm und seine Geschwister zurück.
Widerstand ist zwecklos, das weiß Malcolm von früher. Also fügt er sich seinem Schicksal – für das unterhaltsame Revival einer Kultserie, das vor allem von seinem hohen Nostalgiefaktor lebt. Wirklich erwachsen geworden scheint hier jedenfalls niemand zu sein.
Eine echte Chance für die ewigen Kindsköpfe
Für Fans sicherlich enttäuschend: Mit Erik Per Sullivan fehlt der Dewey-Darsteller aus der Originalserie. Sullivan hat der Schauspielerei den Rücken gekehrt und ließ sich auch mit einem lukrativen Angebot nicht umstimmen. Dewey wird nun von Caleb Ellsworth-Clark gespielt. Christopher Kennedy Masterson als Francis und Justin Berfield als Reese schlüpfen hingegen wieder in ihre alten Rollen.
Malcolm und seine Geschwister haben nach all den Jahren eine Menge aufzuarbeiten. Weil Papa Hal noch immer hochgradig emotional ist (und vernarrt in seine Frau), und Lois mit forscher Stimme ihre Ansagen macht, läuft das Wiedersehen naturgemäß nicht ohne Komplikationen ab. Hier werden Erklärungen verlangt, dort wird nach Rechtfertigungen gesucht.
Aber weil Blut dicker ist als Wasser und auch ewige Kindsköpfe nach fast 20 Jahren von der einen oder anderen Einsicht erhellt werden, haben all die Unverbesserlichen zum ersten Mal eine Chance, wirklich zu einer Familie zu werden. Sie müssen nur noch über den einen oder anderen Schatten springen. Dass man ihnen dabei unbedingt zuschauen muss, steht allerdings nirgendwo geschrieben.