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Online-Galerie: Promi-Klatsch als Kunstwerk

David Beckham als Barbiepuppe, Mel Gibson als saufender Beelzebub: Die US-Künstlerin "Fourteen" verarbeitet den neusten Promi-Klatsch - und nimmt nebenbei ein paar Klassiker der Kunstgeschichte auf den Arm.

Von Andreas Klatt

Tag für Tag rattern sie durch die Regenbogenpresse, die Herzschmerzgeschichten aus prominentem Hause: Britney Spears gibt die Scheidung von ihrem Sänger-Freund Kevin Federline bekannt und wird von ihm prompt mit einem schlüpfrigen Film erpresst. Das amerikanischen Blättchen "Star" sorgt sich um Nicole Richie, die als mageres Gerippe über den Strand joggt. David Beckham überrascht mit einem neuen Haarschnitt.

Die Neuigkeiten sind austauschbar und haben eine kurze Halbwertszeit - nach wenigen Tagen sind sie dem Vergessen anheim gefallen. Nicht so bei der amerikanischen Künstlerin "Fourteen", die auf ihrer Homepage eine Mischung aus digitaler Gemäldegalerie, Promiblog und Celebrity-Satire anbietet. Über ihre Mission sagt sie: "Ich beobachte den Promi-Kult unserer zeitgenössischen Popkultur und zeichne ihn auf." Das besondere sind die Mittel, derer sie sich dafür bedient: In Anlehnung an berühmte Künstler greift die Autodidaktin zu Tinte, Akryl, Pastellfarben und Ölen, um den Promi-Klatsch zu verewigen.

Ihr Repertoire reicht dabei von mittelalterlicher Tafelmalerei über Dali bis hin zur modernen Pop-Kunst eines Roy Lichtenstein. Ihre Wurzeln als kulturkritische Aktivistin schimmern dabei immer wieder durch: Vor einigen Jahren hängte sie in ihrer Heimatstadt San Francisco noch selbst kreierte Anti-Wal-Mart und Anti-McDonald's-Poster auf, um - wie sie sagt - "Leute daran zu erinnern, den wild wuchernden Konsumismus zu vermeiden." Viele ihrer Bilder erinnern auch heute noch an Poster.

Doch es sind nicht nur die Kunstwerke, die pro Tag zwischen 10.000 und 30.000 Nutzer auf ihre Seite locken. Mit der Erkenntnis, dass das Internet die "wichtigste Plattform für Celebrity Gossip geworden ist", hat "Fourteen" eine Kommentarfunktion auf ihrer Seite eingebaut. Seitdem kann sie ihre größte Leidenschaft mit anderen Menschen teilen: "Wenn ich im Supermarkt vor dem Zeitschriftenregal stehe, bekomme ich immer wieder Lachkrämpfe. Ich liebe Prominente, wenn sie die Cartoon-Figuren ihrer selbst werden."