"Beruf: Polizistin"
Frauen bei der Polizei: Es geht um mehr als Gleichberechtigung

  • von Paula Oferath
Heute gibt es keine Unterschiede in der Ausbildung weiblicher und männlicher Polizeianwärter. Der ARTE-Film "Beruf: Polizistin" zeigt, dass das nicht immer so war.
Heute gibt es keine Unterschiede in der Ausbildung weiblicher und männlicher Polizeianwärter. Der ARTE-Film "Beruf: Polizistin" zeigt, dass das nicht immer so war.
© Luca Backhaus/Zeitsprung Pictures
Die ARTE-Dokumentation "Beruf: Polizistin" öffnet ein Fenster in die Vergangenheit und Gegenwart von Frauen im Polizeidienst und zeichnet ihr Wirken über die Jahrzehnte hinweg nach.

Seit wann gibt es eigentlich Frauen in der Polizei, und wie verlief ihr Weg durch eine Institution, die lange als Männerdomäne galt? Die ARTE-Dokumentation "Beruf: Polizistin" von Michael Müller und Jens Jäger geht diesen Fragen nach. Mit historischen Aufnahmen und Interviews aus Vergangenheit und Gegenwart wird eine Zeitreise nacherzählt, die zeigt, wie sich das Berufsbild der Polizistin gewandelt hat. Neben Historikerinnen kommen junge Polizistinnen zu Wort, ebenso erfahrene Beamtinnen, die auf Jahrzehnte im Dienst zurückblicken.

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts traten die ersten Frauen in Europa in den Polizeidienst ein. Doch ihre Aufgaben waren klar begrenzt. In einer von Männern geprägten Struktur galten sie eher als Sozialarbeiterinnen in Uniform. Sie kümmerten sich um Kinderarbeit, Prostitution oder Obdachlosigkeit, während klassische Polizeiarbeit weiterhin den Männern vorbehalten blieb – und das noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ein langes Ringen um Respekt und Gleichberechtigung

Sichtbarer wurden Frauen hier erst in den 1960er-Jahren. Als Politessen prägten sie das Straßenbild von Berlin, Paris und Rom, indem sie gegen Falschparker vorgingen. Anerkennung erhielten sie dafür kaum. In den Medien und unter männlichen Kollegen wurden sie nicht selten belächelt oder beschimpft. Der Kampf um Respekt und Gleichberechtigung hatte da längst begonnen und zog sich über Jahrzehnte hin.

Die Dokumentation zeigt, dass Frauen sich erst in den vergangenen 30 Jahren umfassendere Rechte erkämpften: Sie dürfen Waffen tragen, als Kriminalkommissarinnen ermitteln, in der Bereitschaftspolizei, bei der Mordkommission oder im Sondereinsatzkommando arbeiten und Führungspositionen übernehmen. Was heute selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis eines langen Ringens.

Das ARTE-Team sprach für den Film mit jungen Polizistinnen sowie mit erfahrenen Beamtinnen aus Schutz- und Kriminalpolizei in Deutschland, Frankreich und Italien. Ihre Berichte geben Einblick in eine Welt, wie sie war und wie sie heute ist. Deutlich wird dabei: Frauen sind inzwischen ein unverzichtbarer Teil der Polizei, doch der Weg zur vollständigen Gleichberechtigung ist noch nicht abgeschlossen.

"Beruf: Polizistin" ist ab Donnerstag, 26. März, auch in der ARTE-Mediathek verfügbar.

Beruf: Polizistin – Do. 26.03. – ARTE: 20.15 Uhr

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