Zwei Muskelberge – und überraschend viel Herz. Jason Momoa (46) und Dave Bautista (57) gehören zu den charismatischsten Actionstars Hollywoods. Seit ihrer gemeinsamen Zeit bei "See – Reich der Blinden" (2019-2022) verbindet sie eine Freundschaft. In "The Wrecking Crew" auf Amazon Prime treiben sie diese Chemie nun auf die Spitze: laut, schmutzig, brutal – und erstaunlich persönlich.
In "The Wrecking Crew" spielen Momoa und Bautista entfremdete Halbbrüder, die nach dem Mord an ihrem Vater in Hawaii wieder aufeinandertreffen. Der eine: ein impulsiver Cop. Der andere: ein disziplinierter Navy SEAL. Gemeinsam geraten sie in eine Verschwörung – und liefern sich dabei eine explosive Mischung aus Action, Humor und brüderlichem Dauerclinch. Der Film von Regisseur Angel Manuel Soto setzt auf Selbstironie und High-Energy-Unterhaltung.
So entstand "The Wrecking Crew"
teleschau: Jason, die Idee zu "The Wrecking Crew" ist entstanden, während Sie beide an "See – Reich der Blinden" gearbeitet haben. Erinnern Sie sich noch an den Moment, in dem Sie dachten: Mit dem Typen muss ich unbedingt noch mal was machen?
Jason Momoa: Es gibt nicht viele große Typen in dieser Branche, die wirklich kämpfen können und richtig gut spielen. Das ist eine sehr kurze Liste. Und ganz ehrlich: Ich wollte schon immer gegen Dave kämpfen. Ich habe "Blade Runner 2049" gesehen und dachte nur: Der Typ ist unglaublich. Ich hatte riesigen Respekt vor ihm. Und dann spielt er plötzlich meinen Bruder in "See". Wir haben uns sofort verstanden. Wir sind uns ähnlich, aber auch komplett verschieden. Und das Beste: Wir kämpfen nie um Aufmerksamkeit. Das kann ich überhaupt nicht leiden. Wir sind voll im Dienst der Story.
teleschau: Dave, Sie haben die Idee dann öffentlich gemacht – ein Tweet, der komplett explodiert ist. Hatten Sie das Gefühl: Das wollten die Leute schon lange sehen?
Dave Bautista: Ganz ehrlich? Es hat meinen Ansatz überhaupt nicht verändert. Das klingt vielleicht unglamourös, aber der Film ist aus meinem eigenen Wunsch heraus entstanden. Ich wollte einfach wieder mit Jason arbeiten. "See" war großartig, aber unsere Figuren hatten einen sehr ernsten Ton. Abseits vom Set habe ich gemerkt, wie lustig Jason ist. Wir sind total unterschiedlich – er ist super High-Energy, ich eher Low-Energy – und genau deshalb funktioniert es. Wir clashen nie.
"Wir sind Künstler"
teleschau: Viele sehen in euch vor allem "die großen Action-Typen". Nervt euch diese Schublade manchmal?
Bautista: Ja, total. Menschen sehen uns, sehen zwei große Typen – und wollen uns sofort in diese Action-Schublade stecken. Aber wir sind mehr als das. Ich glaube, Jason und ich würden viel lieber Menschen zum Lachen oder zum Weinen bringen, als einfach nur eine Fight-Szene zusammen zu drehen. Wir sind Künstler. Wir wollen nicht in eine Box gesteckt werden, als wären wir nur "die Typen, die sich prügeln".
teleschau: Jason, geht's Ihnen genauso?
Momoa: 100 Prozent. Klar, wir können Action – aber das ist nicht das, was uns ausmacht. Wenn wir was zusammen machen, dann soll es Gefühl haben, Humor haben, Herz haben. Wir wollen berühren – nicht nur beeindrucken.
Jason Momoa will seine Zeit nicht verschwenden
teleschau: Man merkt im Film, wie eng Sie befreundet sind. Wie wild ging es denn abseits der Kamera wirklich zu?
Bautista: (lacht) Jason kennt mehr pubertäre Witze als jeder Mensch, den ich kenne. Mehr Pups-Witze, mehr Blödsinn – wirklich nonstop. Er hat mir während des gesamten Drehs ständig diese Nummer gebracht: in die Hand furzen und sie mir vors Gesicht klatschen. Und als wäre das nicht genug, kamen auch noch diese klassischen Streiche mit nassem Finger ins Ohr und Kopfnüsse mit dazu. Ich dachte irgendwann nur noch: Oh mein Gott.
teleschau: Jason, man merkt, wie wichtig Ihnen das Miteinander ist. Arbeiten Sie heute ganz bewusst nur noch mit Menschen, denen Sie vertrauen?
Momoa: Absolut. Wenn du so lange in dieser Branche bist wie wir, weißt du genau, mit wem du arbeiten willst – und mit wem nicht. Ich will meine Zeit nicht verschwenden. Ich arbeite lieber mit Freunden, mit Menschen, die mich unterstützen und die ich auch unterstützen kann. Das hebt einen hoch. Und genau so entstehen die besten Projekte.
Jason Momoa und Dave Bautista schwärmen von gemeinsamem Projekt
teleschau: Zum Abschluss: Was hoffen Sie, dass das Publikum aus "The Wrecking Crew" mitnimmt?
Bautista: Ganz ehrlich: Ich hoffe, die Leute haben einfach eine richtig gute Zeit. Der Film hängt nie durch, es gibt etwas für jeden – Action, Humor, Herz. Im Kern ist es eine Familiengeschichte, nur eben mit sehr viel Krach. Vor allem soll er unterhalten. Mehr will er gar nicht sein.
Momoa: Für mich ist es einer der spaßigsten Filme, die ich je gemacht habe. Ich hatte die Zeit meines Lebens. Und das Beste: Ich habe den Film jetzt schon fünfmal gesehen – und lache immer noch. Ich freue mich jedes Mal wieder darauf. Ich mache sogar eine kleine private Vorführung für meine Kinder, weil sie total sauer sind, dass er nicht im Kino läuft – sie lieben ihn. Am Ende ist "The Wrecking Crew" eine Hommage an die Filme, mit denen wir aufgewachsen sind – so etwas wie "Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis", nur für eine neue Generation. Und ganz ehrlich: Ich hoffe, wir machen noch mehr davon. Wer weiß – vielleicht gibt es ja wieder einen Tweet, der viral geht. Ich wäre sofort dabei.