Psychische Gesundheit
Kriege, Krisen, Krankheiten: Fünf Tipps, mit denen Sie Ihre Resilienz stärken

Lassen Sie sich nicht von der Welt unterkriegen und achten Sie mehr auf die kleinen Dinge im Leben.
Lassen Sie sich nicht von der Welt unterkriegen und achten Sie mehr auf die kleinen Dinge im Leben.
© iStock/Nadya So
Kriege, Wirtschaftskrisen, Klimawandel, Pandemien – die Welt scheint permanent im Krisenmodus zu sein. Das kann auf das Gemüt schlagen. So stärken Sie Ihre Widerstandsfähigkeit, um Ihre psychische Gesundheit zu bewahren.

Gute Nachrichten werden immer seltener – aktuell wird die Nachrichtenlage von Kriegen und Leid dominiert, die Preise steigen und steigen und die Erde wird immer wärmer. Die Welt scheint ständig im Krisenmodus zu sein. Das kann auf Dauer auf das Gemüt schlagen. Daraus können nicht nur Zukunftsängste entstehen, auch die psychische Gesundheit kann so in Mitleidenschaft gezogen werden. Doch gerade die psychische Gesundheit macht uns in Krisenzeiten widerstandsfähig. Wie wird man resilienter, wie kann man seine Seele vor schlechten Umwelteinflüssen schützen?

1. Sie können nicht alle Probleme lösen

Resilienz ist die Fähigkeit, belastende Situationen ohne Folgen für die eigene Psyche auszuhalten. Häufig macht uns das Durchleben einer persönlichen Krise uns am Ende stärker. Die Erfahrung, eine Krise überstehen zu können, wappnet uns für zukünftige Problemsituationen und verleiht uns etwas mehr Gelassenheit.

Globale Krisen sind jedoch unpersönlich. Wir können weder Kriege noch globale Krisen beeinflussen. Und das muss man akzeptieren. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Widerstandsfähigkeit ist die Erkenntnis, dass man nicht alle Probleme lösen kann, die das Gemüt gerade beschäftigen. Das alleine kann womöglich schon etwas mehr Ruhe in die aufgewühlte Stimmung bringen.

2. Handeln Sie trotzdem

Das bedeutet aber nicht, dass sie jetzt die Zugbrücke hochklappen und sich komplett ihrer Passivität ergeben sollten. Das Gefühl etwas bewirken zu können, ist ebenso wichtig für eine gute Resilienz. Vielleicht können Sie den Klimawandel nicht stoppen, aber Sie können ein kleines bisschen zum Klimaschutz beitragen, wenn Sie handeln.

Schaffen Sie Ihre eigenen Erfolgsmeldungen, wenn Sie in Ihren Alltag kleine Handlungen intergrieren – etwa das Auto stehenzulassen oder beim Einkaufen auf ökologische Nachhaltigkeit zu achten. Machen Sie sich Ihren Beitrag zu einer Problemlösung bewusst und seien Sie stolz drauf. So bekommen Sie nicht das Gefühl, handlungsunfähig zu sein – ein wichtiges Fundament für Resilienz.

3. Reden Sie über Ihre Ängste

Wenn Sie etwas bedrückt, müssen Sie das nicht allein durchstehen. Öffnen Sie sich gegenüber anderen Familienmitgliedern oder Freunden und teilen Sie mit, was gerade Ihr Gemüt belastet. Vielleicht geht es Ihnen nicht allein so. Holen Sie sich Rat, wie andere damit umgehen. Durch ein Gespräch geben Sie Ihren Gefühlen Raum. Und möglicherweise können Sie ja auch hier und dort mit Rat oder Tat zur Seite stehen. Anderen Menschen zu helfen, sei es auch nur, sie aufzubauen oder ihnen zu Seite zu stehen, wirkt sich nicht nur positiv auf deren psychische Gesundheit aus, sondern auch auf Ihre.

4. Schalten Sie mal ab

Heutzutage sind wir ständig dem Einfluss von schlechten Nachrichten ausgesetzt, am Handy, beim Zeitunglesen und beim Fernsehen. Dem müssen wir uns aber nicht die ganze Zeit aussetzen und uns davon in Dauerbeschallung stressen lassen. Also schalten Sie mal ab, um abzuschalten. Sie können schlechte Nachrichten ruhig verpassen, vor allem, wenn Sie nur geringe Auswirkungen auf ihren Alltag haben.

Möglicherweise klingt es etwas simpel, aber erfreuen Sie sich an den kleinen Dingen des Alltags. Ein paar Sonnenstrahlen und frische Luft bei einem Spaziergang durch die Natur abzubekommen, hebt Ihre Laune bestimmt. Vergegenwärtigen Sie sich, dass die schlechte Großwetterlage letztendlich doch ein Stück weit weg ist, vieles, kleines Gutes aber in unmittelbarer Nähe erfahrbar ist – und auch bleibt.

5. Schaffen Sie sich Routinen der Selbstfürsorge

Sie können vielleicht nicht alles in der Welt kontrollieren, sich selber allerdings schon. Indem Sie sich Situationen bewusst machen, in denen Sie die Zügel in der Hand halten, schaffen Sie ein Gefühl von Kontrolle. Dadurch begegnen Sie direkt dem gefühltem Kontrollverlust durch die Berichterstattung in den Medien. Ob beim Gärtnern, beim Sport oder bei einem anderen Hobby – sie schaffen etwas, haben etwas Erfüllendes, lernen dazu und entwickeln sich weiter. Schöpfen Sie daraus Energie. So lässt sich Abends mit einem guten Gefühl ins Bett gehen, auch, wenn es die Welt sonst möglicherweise eher nicht zulässt.

6. Sich helfen lassen

Manchmal kann selbst die beste Resilienz nicht verhindern, dass wir in ein Loch fallen und uns nach Armen und Händen sehnen, die uns heraus helfen. In solchen Fällen stehen Ihnen Expertinnen und Experten zur Seite die in verschiedensten Lebensbereichen durch Zuspruch dafür sorgen können, dass wieder etwas mehr Sonne durch die dunklen Wolken scheint. Genieren Sie sich nicht davor, bei Personen, die dafür geschult wurden. Um Hilfe zu fragen. Die Expertinnen und Experten der Telefonseelsorge sind Tag und Nacht kostenlos unter den Telefonnummern 0800-111 0 111, 0800-111 0 222 sowie 116 123 erreichbar.

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