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Bildergeschichten ohne Worte: Neue Wimmelbücher für Kinder

Sie sind Klassiker, die sich immer wieder neu erfinden: In diesem Frühjahr wimmelt es in den Buchhandlungen von neuen Wimmelbüchern.

Mit Ausdauer vertiefen sich Kinder in Wimmelbücher. Die Verlage reagieren auf die ungebrochene Entdeckerlust: Es wimmelt von neuen Wimmelbüchern. Mal gibt es ganz klassisch Szenen aus dem Alltag zu entdecken. Mal werden dem Betrachter in fantastischen Geschichten Suchaufträge erteilt.

Zum Weiterfantasieren lädt "Die fabelhafte Welt von Nö-Nö, dem Unerschrockenen" ein. Die Französin Magali Le Huche erzählt vom Schnabeltier Nö-Nö, dem Bademeister von Bad Unterholz. Im extragroßen Buchformat breitet sich auf Doppelseiten das Leben von Nö-Nö und seinen Freunden rund um den Badeteich aus. In der Mitte ist stets die bis ins kurioseste Detail ausgemalte Behausung des jeweiligen Tieres zu sehen, darum herum sind kleinere Bilder, die die Freunde bei ihren Lieblingsbeschäftigungen zeigen.

Da ist das Kaninchen Bio, das seine Karotten im unterirdischen Bau nicht nur mümmelt, sondern mit ihnen auch Fitnesstraining betreibt. Die Schildkröte Marilu wohnt in einem hohlen Baum und sammelt gekaute Kaugummis und Pupse aus aller Welt. Undine Frosch hat ihre Wohnungseinrichtung auf mehrere Seerosenblätter verteilt. Bär Raffi Raff wohnt in seiner Werkstatt. Ein wunderbares Wimmelbuch zum Fabulieren.

Echt knifflige Aufgaben müssen in den "Such Professor M."-Bänden von Soren Tomas und Karsten Mungo Madsen gelöst werden. Bei "Eine Reise durch die Zeit" und "Eine Reise durch die Welt" ist ein Freundesquartett nicht nur dem fiesen, das Weltgeschehen manipulierenden Wissenschaftler auf der Spur. Um das Schlimmste zu verhindern, sind auf den mit witzigen Figuren aus der Eiszeit, dem Mittelalter oder der Wikingerzeit vollgestopften Bildern noch dringend Zeitzünder und Räuber zu finden. Die Verfolgungsjagd führt in Wüste, Regenwald, Tiefsee und Weltall. Ein Glück wird am Ende der Bücher verraten, wo sich die gesuchten Dinge verstecken.

"Das 24-Stunden-Wimmelbuch" hat das Zeug zum Klassiker. "In der Stadt ist was los!" lautet das Motto des von Britta Teckentrup liebevoll gestalteten Papp-Bandes. Die Berliner Illustratorin begleitet die Hasen-Familie Mümmel durch den Tag. Der morgendliche Blick in die Häuser zeigt die Mümmels beim Frühstücken und Zähneputzen. Nachbarin Heidi Hund macht Yoga und lässt die Kerzen auch nach ihren Übungen brennen, was Folgen haben wird. Später bevölkert sich die Schule und in der Bäckerei sieht man Dietrich Dachs ein Brötchen klauen. Der Tagesablauf jedes einzelnen, auf der Rückseite noch einmal namentlich vorgestellten Tieres lässt sich Bild für Bild bis zum Abend mitverfolgen. Mit den Geschichten ihrer menschlichen Tiere ist Teckentrup ein kleines, feines Kunstwerk gelungen.

Was man alles "Im Zirkus" erleben kann, das zeigen Doro Göbel und Peter Knorr. Früh am Morgen ziehen die Artisten und ihre Tiere durch das Städtchen zum Festplatz. Schon auf der ersten Doppelseite werden zig Geschichten ohne Worte erzählt. Die neugierigen Stadtkinder sind später beim Aufbau des Zirkuszeltes ebenso wiederzufinden wie das verspielte Elefantenbaby und das erschöpfte Kamel. Stadthunde und Zirkushunde treffen aufeinander, ein Dieb schmuggelt sich unter die Zuschauer in der Manege und der Schornsteinfeger erfüllt sich einen Traum. Ein großer, wimmeliger Spaß.

Die Comic-Helden Petzi, Pelle und Pingo streifen durch die Buchseiten der Such- und Vorlesegeschichte "Wo ist Petzi?" von Per Sanderhage und Henrik Rehr. Der ursprünglich aus Dänemark stammende Bär mit der blauen Mütze und der rot-weiß gepunkteten Latzhose muss mit seinen Freunden dem Seebären einen Brief überbringen. Doch wo steckt der Seehund? Immer wieder geht er im Gewimmel verloren. Auf den wunderbar vollgepackten Doppelseiten ist natürlich auch Petzis Lieblingsspeise zu suchen und finden: Pfannkuchen!

Auf Reisen begibt sich der der kleine Maulwurf. Mit den seit Jahrzehnten beliebten Illustrationen von Zdenek Miler ist "Das Maulwurf Reise Wimmelbuch" gestaltet. Dabei zeigt sich, dass das aus der "Sendung mit der Maus" bekannte Tierchen ein echt mobiler Typ ist. Per Schiff, Rakete, Schneemobil, Heißluftballon, Auto, Zug und manchmal auch einfach zu Fuß ist der Maulwurf unterwegs. Auf den wimmeligen Papp-Doppelseiten taucht der Maulwurf gleich dutzendfach in immer neuen Situationen und Gefährten auf - dabei stets supersympathisch grinsend. Und es gibt einen Wiedersehens-Effekt: Viele der kleinen Szenen kennt man aus den Maulwurf-Filmen.

Elke Vogel/DPA / DPA