Bei dieser überraschenden Personalie geht Fans der bayerisch-österreichischen Krimi-Szene das Herz auf: Michael Ostrowski (53) wird gemeinsam mit Victoria Swarovski (32) durch den 70. Eurovision Song Contest führen. Verkündet wurde das ungleiche Duo am Donnerstagmorgen live im "Ö3 Wecker" (ORF) und auf Instagram. Während die Tirolerin Swarovski als "Let's Dance"-Moderatorin seit Wochen als heiße Kandidatin galt, kam der gebürtige Steirer völlig unerwartet.
Michael Ostrowski studierte Englisch und Französisch
Wer ist der Mann, der im Mai vor geschätzt 170 Millionen Fernsehzuschauern auf der Bühne der Wiener Stadthalle stehen wird? Geboren wurde Michael Stockinger - so sein bürgerlicher Name - am 3. Januar 1973 im steirischen Leoben. Zum Studium verschlug es ihn nach Graz, Oxford und sogar New York. Englisch und Französisch standen auf dem Lehrplan, dazu spricht er Italienisch und Spanisch.
Sein Englisch gibt er im gemeinsamen ESC-Clip auf Instagram am Donnerstag bereits zum Besten. Interessant ist das deshalb, weil er unter anderem in den Eberhofer-Krimiverfilmungen als Wiener Pathologe Günter mit einer großen Portion Austro-Schmäh zu einem der Fanlieblinge avancierte.
Vom Studenten zum Nestroy-Preisträger
Zur Schauspielerei kam der Österreicher eher durch Zufall. Während seines Studiums lernte er Ed Hauswirth (geb. 1965) von der experimentellen Grazer Theatergruppe "Theater im Bahnhof" kennen - der Beginn einer Karriere, die 2002 mit dem Nestroy-Theaterpreis für die beste Off-Produktion gekrönt wurde.
Seinen Nachnamen änderte er in den frühen 2000er-Jahren. Der Grund: Es gab bereits einen Schauspieler namens Stockinger, was zu Verwechslungen führte. Also wurde aus Stockinger kurzerhand Ostrowski.
Den großen Durchbruch brachte ihm die Komödie "Nacktschnecken" aus dem Jahr 2004, für die er selbst das Drehbuch mitgeschrieben hatte. Regie führte Michael Glawogger (1959-2014), den Ostrowski als prägend für seine Karriere bezeichnete. Es folgten Produktionen wie "Same Same But Different" (2009) von Detlev Buck, "Kokowääh 2" (2013) von Til Schweiger, der Gerhard-Polt-Film "Und Äktschn!" (2014), "Er ist wieder da" (2015) mit Oliver Masucci, "Bibi & Tina" (2017), die Musical-Verfilmung "Ich war noch niemals in New York" (2019), "Die Känguru-Verschwörung" (2022) oder "Tausend Zeilen" (2022). Zuletzt war er mit Anke Engelke in der Kurzfilm-Komödie "Eine halbe Stunde ist viel Zeit" zu sehen.
"Fifty-fifty" zwischen Eberhofer und Passau
Einem breiten Publikum wurde er auch durch zwei Krimireihen bekannt: als Pathologe in den Eberhofer-Verfilmungen (seit 2013) und als Privatdetektiv Ferdinand Zankl in den "Krimis aus Passau" (seit 2020). Auf welche Rolle er häufiger angesprochen wird? "Das ist ganz unterschiedlich", verriet er in einem früheren Interview mit spot on news. "Es gibt Tage, da kennt mich einfach jeder aus den Eberhoferkrimis und dann sprechen mich Leute auf den Krimi aus Passau an." Insgesamt sei es mittlerweile "so fifty-fifty".
Patchwork mit "viel Verständnis"
Privat lebt Ostrowski seit August 2012 mit der Schauspielerin Hilde Dalik (47, "Der Bergdoktor", "Vorstadtweiber") zusammen. Das Paar hat vier Kinder - drei stammen aus einer früheren Beziehung des Schauspielers, eine Tochter haben die beiden gemeinsam. Wie das Familienleben neben zwei fordernden Schauspielkarrieren funktioniert? "Gutes Patchwork mit viel Verständnis von allen Beteiligten", erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur. Ein Vorteil sei, dass beide wüssten, wie der Beruf funktioniert: "Wir wissen beide, dass man einfach weg ist, wenn man dreht. Da gibt es keine Diskussionen und das ist extrem angenehm."
Als Ausgleich zum stressigen Dreh-Alltag setzt der 53-Jährige auf Kreativität und Bewegung: "Ich schreibe sehr viel - Drehbücher und aktuell auch einen Roman. Ansonsten bringt Sport mich am besten runter."
ORF-Programmdirektorin: "Ein frisches Paar"
Für den ORF ist die Verpflichtung des charismatischen Steirers ein echter Coup. ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz zeigt sich überzeugt von der Wahl: "Victoria und Michael sind ein frisches Paar, das man so noch nicht erlebt hat." Beide brächten eine große Leidenschaft für den Musikwettbewerb mit und seien "hervorragende Botschafter für die Sache". Der Eurovision Song Contest findet vom 12. bis 16. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle statt.