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Meinung

Zu spät für Drogen?: "Du verpasst was": Wieso schwärmen eigentlich immer alle vom Rausch?

Alle nehmen Drogen. Alle schwärmen von ihren Erfahrungen. Und alle klingen dabei ein bisschen dumm, findet unsere Autorin. Sie hat den Einstieg in die Drogen verpasst. Nun muss sie den zugedröhnten Quatsch ihrer Freunde über sich ergehen lassen.

Von Lena Steeg

Youtube-Kanal "Drugslab": Niederländerin testet Drogen vor laufender Kamera

Was Drogen betrifft, hatte ich immer ein schlechtes Timing. Schon den Einstieg verpasste ich, weil ich mir mit der Kindheit zu viel Zeit gelassen hatte. Als ich endlich fertig war mit Baumhäuserbauen und Tagebuchschreiben, war der Kifferzug längst abgefahren und hatte den Alkoholanhänger gleich mitgenommen. Alle waren drauf, nur ich nicht. Nachträglicher Zustieg unmöglich. Denn wenn es eine Einreisevoraussetzung für das Paralleluniversum Rausch gibt, dann ja die Beiläufigkeit. Alles andere ist Poserquatsch.

"Mich zu beschwipsen, wurde zur Herausforderung"

Meine versehentliche Anfangsabstinenz aber löste bei den anderen einen irren Planungsehrgeiz aus.

Mich zu beschwipsen, wurde in meinem Freundeskreis zur Wochenendherausforderung. Die Zeit zwischen meinem 16. und 24. Lebensjahr verbrachte ich durchweg damit, mir mit Zwinkerblick und Komplizennicken entgegengestreckte Hochprozentigkeitsgläser abzuwehren. Irgendwann lenkte ich doch ein, trank ein paar Schluck Weißwein und kollabierte. Die Diagnose des Arztes fasste mein Verhältnis zu Drogen hübsch zusammen: "irgendeine Intoleranz".

Frau trinkt Alkohol

Leute, die vom Rausch schwärmen, klingen immer ein bisschen dumm (Symbolbild)

Getty Images

Einen neuerlichen Anlauf nahm ich an meinem 30. Geburtstag, als ich eher versehentlich eine Krume MDMA aß. Mir wurde sehr warm und ich beschäftigte mich mehrere Stunden mit einem Geschenkband, weil ich den Stoff so toll fand. Der Mann, der mir bei dieser Vollrauscherfahrung zur Seite lag, fand den Stoff nicht ganz so toll. Wir nahmen nie wieder Drogen zusammen. Ich alleine schon gar nicht. Was auch? LSD macht mir Angst, für Crystal Meth mag ich meine Haut und Zähne zu sehr, und über alles, was kein Essen ist und trotzdem nach Besteck verlangt, traue ich mich nicht einmal nachzudenken.

"War scheiße, aber hey, war 'ne Erfahrung"

Immer wieder sagen Freunde, ich würde dadurch viele "Erfahrungen" verpassen. So nennen sie den zugedröhnten Quatsch im Nachhinein. War scheiße, hat mich meinen Führerschein/meine Beziehung/den Gegenwert einer USA-Reise gekostet, aber hey, war ’ne Erfahrung! Und genau da liegt leider auch das Problem: Immer wenn Leute von den Vorteilen des Druffseins erzählen, klingen sie so ein bisschen dumm. Man denkt beim Zuhören, was man auch bei nicht zündenden Anekdoten versöhnlich murmelt: Muss man wohl dabei gewesen sein. Und weil mir aber genau dies wahrscheinlich nicht mehr gelingen wird, habe ich mir einen Kompromiss überlegt. Ich fange jetzt mit dem gelegentlichen Rauchen an. Das ist im Alter von 31 Jahren nicht nur unvernünftig, sondern sieht in seiner Angestrengtheit auch maximal unlässig aus (ich kann nicht mal "auf Lunge ziehen"). Genau darin aber besteht die Botschaft. Ihr macht Unsinn und ich mich lächerlich. So kommen wir doch zusammen gut durch die Nacht.

Youtube-Kanal "Drugslab": Niederländerin testet Drogen vor laufender Kamera
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(