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"Ein deutsches Klassenzimmer": Lehrer bereist die Herkunftsländer seiner Schüler – es sind 14 Stück

Um die Wurzeln seiner Schüler kennenzulernen, ist ein Hamburger Lehrer um die Welt gereist. Seine Reiseerfahrungen hat er jetzt in einem Buch niedergeschrieben.

Der 39-jährige Jan Kammann bereiste für sein Buch 14 Herkunftsländer seiner Schüler

Der 39-jährige Jan Kammann bereiste für sein Buch 14 Herkunftsländer seiner Schüler

DPA

30 Schüler, 22 Nationen, 14 Länder und ein Lehrer – das sind die Zutaten für den Reisebericht des Hamburger Lehrers Jan Kammann. Der 39-Jährige hat die Heimatländer seiner Schüler besucht. Von seinen Erlebnissen erzählt er in dem Buch "Ein deutsches Klassenzimmer".

Das Ziel: mehr über die Herkunft seiner Schüler zu erfahren und kennenzulernen, was bis vor Kurzem ihre Heimat war. Der gebürtige Bremer unterrichtet Englisch und Geografie in einer internationalen Vorbereitungsklasse an einer Europaschule in .

Reisebericht in Buchform

2016 nahm sich Kammann ein Sabbatjahr, zog los und bereiste 14 der Länder, aus denen seine Schüler stammen. Unter anderem hat er den Alltag in Kuba, Nicaragua, Kolumbien, Südkorea, Russland, im Kosovo, Iran und in Ghana erlebt. Wie unter anderem die "Westfälische Nachrichten" berichtet, sei ihm die Idee dazu auf einer Fahrt nach Bulgarien gekommen. Dass er überhaupt nach Bulgarien fuhr, habe er einer seiner Schülerinnen zu verdanken. Die war oftmals nach den Ferien zu spät zum Unterricht erschienen. Der Grund: die schlechte Busverbindung nach Sofia. Also machte sich Kammann selbst ein Bild davon. Und tatsächlich, die Schülerin hatte die Wahrheit gesagt. Eins stellt Kammann im Interview mit der Zeitung allerdings klar: "Ich bin nicht nur dorthin gefahren, um sie zu kontrollieren, sondern in erster Linie aus Abenteuerlust und weil sie mir immer so vorgeschwärmt hatte von ihrem Heimatland." Auf der Rückfahrt nach Hamburg sei Kammann dann die Idee zu seiner ungewöhnlichen Weltreise gekommen.

Die Reise hat den 39-Jährigen geprägt. Die vielen Stationen und Begegnungen hätten seinen Blick auf die Welt verändert. Die neuen Erfahrungen und Sprachkenntnisse nützen auch ihm selbst: Kommen neue Schüler in eine seiner Klassen, könne er sie nun in ihrer Muttersprache begrüßen. In seinem Reisebericht, der am Dienstag erscheint, erzählt er, wie ihn die Zeit unterwegs verändert hat. Und von der Welt, in der er selbst ein Jahr lang zum Schüler wurde.

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dpa/lui
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