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Fall in den USA: "Ananas-Attentat": Deswegen stehen drei Mädchen vor Gericht

Drei Teenager stehen in den USA vor Gericht, weil sie eine Mitschülerin mit einer schweren Ananas-Allergie vermeintlich absichtlich in Kontakt mit der Frucht gebracht haben. 

Drei Ananas liegen nebeneinander – wegen dieser Frucht stehen in den USA drei Mädchen vor Gericht

Drei Schülerinnen stehen in den USA wegen einer Ananas-Allergie vor Gericht (Symbolbild)

Picture Alliance

Es ist eine Tat, die eine Frage aufwirft: Ist das nur ein dummer Kinderstreich oder schon vorsätzliche Körperverletzung? Die Antwort darauf muss nun ein Gericht in den USA geben. Dabei geht es um drei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren. Sie sollen eine Klassenkameradin an der Butler Intermediate High School, Pennsylvania, mit einer schweren Ananas-Allergie wissentlich der Frucht ausgesetzt haben, berichtet die örtliche Polizei.

Die vermeintliche Haupttäterin soll sich demnach Ananas auf ihre Hand geschmiert und anschließend das 14-jährige Opfer in der Mittagspause damit berührt haben. Die Schülerin musste daraufhin ins Krankenhaus gebracht werden, wo sie laut "Washington Post" behandelt und nach kurzem Aufenthalt wieder entlassen wurde.

Der Angeklagten wird deshalb nun seitens der Staatsanwaltschaft unter anderem schwere Körperverletzung und kriminelle Verschwörung vorgeworfen. Die beiden anderen Mädchen müssen sich vor einem Jugendgericht verantworten, weil sie die Hauptbeschuldigte bei ihrer Tat unterstützt haben sollen.

Das Mädchen hätte laut eines Polizisten sterben können

"Sie hätte einen anaphylaktischen Schock bekommen können", erklärt Matthew Pearson, ein Beamter der Polizeiabteilung der Gemeinde Butler, dem Fernsehsender KDKA. "Wenn die Leute nicht richtig und schnell gehandelt hätten, hätte sie sterben können." Die drei Schülerinnen hätten sich ein "High-Five-Spiel" ausgedacht, in dem das Opfer durch Abklatschen in Kontakt mit der Ananas gekommen sei, so der Polizist.

Die High School wollte sich gegenüber dem TV-Sender KDKA zu dem Vorfall nicht äußern. In einer offiziellen Stellungsmaßnahme heißt es aber: "Es ist unsere Erwartung, dass unsere Schüler sich selbst und andere respektieren. Wenn dies nicht geschieht, wird die Schule geeignete Disziplinarmaßnahmen ergreifen und sich gegebenenfalls an die Strafverfolgungsbehörden wenden."

Mobber nutzen die Nahrungsmittelallergien ihrer Opfer aus

Solche Vorfälle, wie der an der High School in Butler, seien laut der Allergologie Dr. Allison Freeman keine Seltenheit. Immer häufiger komme es vor, dass Mobber Nahrungsmittelallergien gegen ihre Opfer einsetzten. 

"Es ist definitiv etwas, worüber Schulen reden müssen", sagte sie KDKA. "Es ist kein Scherz, ein bisschen Erdnussbutter auf die Tastatur eines Anderen zu schmieren, der eine Allergie hat. Damit kann man jemanden verletzen – im schlimmsten Fall sogar töten."

rpw
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