Terra X: Ungelöste Fälle der Archäologie
Runde Rätsel

  • von Rupert Sommer
Harald Lesch will herausfinden, warum sich in so vielen Weltgegenden und bei so unterschiedlichen Völkern Kugel-Skulpturen entdecken lassen.
Harald Lesch will herausfinden, warum sich in so vielen Weltgegenden und bei so unterschiedlichen Völkern Kugel-Skulpturen entdecken lassen.
© ZDF/Peter Prestel
Sie gehören zu den ältesten und universellsten Formen der Menschheitsgeschichte: Kugeln. In der neuen Folge der ZDF-Archäologie-Reihe geht Harald Lesch den Gehemnissen dieser nur scheinbar einfachen Geometrie auf den Grund. Warum finden sich in allen Kulturen Kugeldarstellungen?

Runde Sache: Moderator Harald Lesch begibt sich in der neuen "Terra X – Ungelöste Fälle der Archäologie"-Ausgabe auf eine Spurensuche rund um die Kugel – eine Form, die in Kulturen auf der ganzen Welt eine zentrale Rolle spielt. Ob als Werkzeug, Spielgerät, Kultobjekt oder technisches Hilfsmittel: Die Einsatzmöglichkeiten reichen vom Geschoss über den Ball bis hin zum vermutlich ältesten Kugellager der Welt. Archäologische Funde belegen jedenfalls, dass bereits frühe Vorfahren des Menschen von der Kugelform fasziniert waren. In Israel und Spanien entdeckten Archäologen bearbeitete Steinkugeln, deren Alter auf rund 1,3 Millionen Jahre geschätzt wird. Diese zählen zu den frühesten bekannten Beispielen gezielt geformter Objekte dieser Art.

Von der Ballbegeisterung im dichten Regenwald

Deutlich jünger, aber nicht weniger eindrucksvoll, sind die Kautschukbälle aus Mesoamerika. Bereits ab dem 15. Jahrhundert vor Christus wurden sie dort für rituelle Ballspiele genutzt, die offenbar weit mehr waren als sportliche Wettkämpfe. Mehr als 1.500 Ballspielplätze wurden bislang auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko entdeckt, viele davon in unmittelbarer Nähe zu Tempelanlagen der Maya. Experten gehen davon aus, dass im dichten Regenwald Mittelamerikas noch zahlreiche weitere Anlagen verborgen liegen. Bis heute spielen Nachfahren indigener Kulturen Spiele wie Ulama oder Pok-ta-Pok, bei denen ein Ball ausschließlich mit Hüfte und Schultern durch steinerne Ringe befördert werden muss, die seitlich an den Spielfeldmauern angebracht sind.

Doch nicht nur in Mittelamerika spielte die Kugelform eine besondere Rolle. Auch im Römischen Reich fand sie Verwendung: Am Nemisee soll zur Zeit von Kaiser Caligula im ersten Jahrhundert nach Christus ein technisches Meisterwerk entstanden sein. Mithilfe eines frühen Kugellagers wurde vermutlich eine Statue der Göttin Diana so bewegt, dass sie scheinbar "tanzte" – ein eindrucksvolles Beispiel für den Einsatz dieser Form in Mechanik und Inszenierung.

Die nächste Folge der Reihe "Terra X – Ungelöste Fälle der Archäologie" wird eine Woche später am Sonntag, 1. März, um 19.30 Uhr, im ZDF ausgestrahlt.

Terra X: Ungelöste Fälle der Archäologie – So. 22.02. – ZDF: 19.30 Uhr

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