Bei HBO Max Serien-Sensation aus Kanada: Warum der Hype um "Heated Rivalry" gerechtfertigt ist

  • von Kristin Lenk
Auf dem Eis sind sie Konkurrenten, aber hinter verschlossenen Türen kommen Shane Hollander (Hudson Williams, links) und Ilya Rozanov (Connor Storrie) sich bald näher.
Auf dem Eis sind sie Konkurrenten, aber hinter verschlossenen Türen kommen Shane Hollander (Hudson Williams, links) und Ilya Rozanov (Connor Storrie) sich bald näher.
© HBO Max / Sabrina Lantos
Die kanadische Serie "Heated Rivalry" hat mit ihrer queeren Eishockey-Romanze die Streamingwelt im Sturm erobert. Ab dem 6. Februar können auch deutsche Serienfans endlich verstehen, warum in Übersee alle über Shane und Ilya sprechen.

Wohin man in den sozialen Medien derzeit auch blickt: Shane Hollander und Ilya Rozanov sind allgegenwärtig. Snippets, Memes, kommentierte Clips und Reaktionsvideos aus kanadischen Sportkneipen, in denen das Publikum zwei küssenden Eishockeyspielern zujubelt, zeigen: Die beiden fiktiven Rivalen dominieren die digitale Gegenwart wie kaum ein anderes Serien-Duo zuvor. Am 6. Februar startet die Serien-Adaption des Bestsellers endlich auch in Deutschland auf HBO Max, und die Vorfreude könnte größer nicht sein.

Worum geht es eigentlich in "Heated Rivalry"?

Die Handlung der Serie folgt dem perfektionistischen kanadischen Eishockey-Talent Shane Hollander (Hudson Williams) und seinem größten Konkurrenten, dem russischen Heißsporn Ilya Rozanov (Connor Storrie), über einen Zeitraum von gut zehn Jahren. Wie in den besten Liebesgeschichten ziehen sich hier Gegensätze an: Der kontrollierte, pflichtbewusste Shane und der impulsive, selbstbewusste Ilya können einander zunächst nicht ausstehen. Doch steckt von Anfang an mehr hinter dem heißblütigen Konkurrieren auf dem Eis? Die Rivalität der beiden grundverschiedenen Sportler entwickelt sich schnell zu einer heimlichen Affäre, die ihre Karrieren und ihr gesamtes Selbstverständnis gefährdet.

Serien-Sensation aus Kanada

Die kanadische Serie feierte Ende November 2025 auf dem Streamingdienst Crave sowie parallel auf HBO Max in den USA Premiere – und entwickelte sich zum überraschendsten Phänomen der Fernsehsaison. Crave verzeichnete zwischen Veröffentlichung und Mitte Dezember einen Anstieg der Abonnentenzahlen um bemerkenswerte 400 Prozent. Die Serie schoss innerhalb einer Woche in die Top 10 der meistgestreamten Formate bei HBO Max.

Der Vergleich mit "Bridgerton" drängt sich geradezu auf: Auch hier eroberte eine leidenschaftliche Liebesgeschichte mit freizügigen Szenen ein Millionenpublikum im Sturm. Doch während die Regency-Romanzen von Shondaland mittlerweile zum etablierten Mainstream gehören, hielten viele Branchenexperten "Heated Rivalry" zunächst nur für eine zwar wachsende doch sehr bestimmte Nische interressant. Denn die Liebesgeschichte, bei der vor allem Zuschauerinnen weltweit so hingebungsvoll mitschmachten, spielt sich zwischen zwei Männern ab – und die expliziten Liebesszenen sorgten durchaus für Aufruhr. Dass eine queere Sportromanze mit derart unverblümter Intimität den Sprung ins Rampenlicht schafft, markiert einen bemerkenswerten kulturellen Moment.

Nach der Bestseller-Reihe von Rachel Reid

Ursprünglich glaubte die Autorin Rachel Reid, die sexuell expliziten, queeren Romanzen ihrer "Game Changer"-Reihe seien schlicht nicht verfilmbar. Dass ausgerechnet diese Geschichten nun Kanadas erfolgreichster Kulturexport sind, gehört zu den besonderen Pointen dieser Erfolgsgeschichte. Die "Game Changers"-Reihe umfasst mittlerweile sechs Bücher, ein siebter Band mit dem Titel "Unrivaled" erscheint noch dieses Jahr.

Die erste Staffel der Serie adaptiert geschickt die Handlung der ersten beiden Bücher und verknüpft so zwei Liebesgeschichten miteinander. Neben der Haupthandlung um Shane und Ilya widmet sich eine komplette Episode der Geschichte von Shanes Kumpel Scott Hunter (Francois Arnaud, "Borgia"), Captain der New York Admirals, dessen Coming-out-Geschichte als emotionaler Kontrapunkt zur heimlichen Affäre der beiden Protagonisten dient.

Wer sind die "hitzigen Rivalen"

Die Chemie der beiden Hauptdarsteller auf dem Bildschirm ist schlicht elektrisierend. Die Newcomer Hudson Williams und Connor Storrie wurden durch die Serie praktisch über Nacht zu internationalen Stars und navigieren ihren plötzlichen Ruhm mit beneidenswerter Souveränität. Bei Auftritten in Late-Night-Shows und auf roten Teppichen befeuern sie den Hype mit ansteckender Spielfreude. Die beiden Darsteller genießen die Aufmerksamkeit, scherzen über ihre Lieblingsszenen und geben den Fans damit noch mehr Futter. Die gutgelaunte Komplizenschaft der gesamten Besetzung, angeführt von den beiden Hauptdarstellern hat sich längst zu einem eigenständigen Social-Media-Phänomen entwickelt und sorgt für Publicity, die mit keinem Marketingbudget der Welt zu kaufen wäre.

Bereits im Dezember 2025 wurde eine zweite Staffel bestätigt. Was als Nischenprojekt einer kanadischen Autorin begann, die am Küchentisch in Nova Scotia über schwule Eishockeyspieler schrieb, hat sich zur globalen Sensation entwickelt. Am 6. Februar darf nun auch Deutschland offiziell mitschmachten und sich über wöchentlich eine neue Folge freuen.

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