Die sechsteilige Miniserie "Vigil – Tod auf hoher See" gehört zu den erfolgreichsten Serien der BBC seit dem Riesenerfolg "Bodyguard". Und es gibt durchaus inhaltliche Parallelen. Beide Programme sind klassisch "wendungsreich" gebaute Thriller mit Kriminalhandlung, die eine zusätzliche Faszination ausüben, weil sie in einem ungewöhnlichen und deshalb reizvollen Ambiente spielen. Was bei "Bodyguard" der Politbetrieb war, ist bei "Vigil" ein Atom-U-Boot inklusive militärischem Hintergrund, der dafür sorgt, dass die Macht der Polizei an Bord der Royal-Navy-Hochsicherheitszone begrenzt bis unklar ist. Das ZDF wiederholt nun zu nächtlicher Stunde die erste Staffel des Brit-Hits, der 2023 eine Fortsetzung erhielt .
Craig Burke, ein Besatzungsmitglied des Trident-Atom-U-Boots HMS Vigil wird tot aufgefunden. Der Mann soll eine Überdosis Heroin konsumiert haben. Aus Glasgow, in dessen Zuständigkeitsbereich der Marinestützpunkt liegt, wird Detective Amy Silva (Suranne Jones, Rachel Bailey aus "Scott & Bailey") zu den Ermittlungen gerufen und findet Hinweise auf Fremdeinwirken. Die Freundin des Toten behauptet, Burke habe nie Drogen genommen. Es gibt zudem einen Haken: Die nukleare Abschreckung des Vereinigten Königreichs muss ungebrochen bleiben. Also bleibt das U-Boot auf Patrouille, und Amy muss sich der Besatzung anschließen, um zu ermitteln.
Sie bittet ihre Kollegin und Freundin Kirsten Longacre (Rose Leslie, Ygritte aus "Game of Thrones"), die Ermittlungen an Land zu übernehmen. Die Frauen finden früh heraus, dass an Bord offenbar Dinge vertuscht werden. Doch die Macht der Polizei auf militärischem Hoheitsgebiet ist begrenzt – was die U-Boot-Besatzung die unwillkommene Ermittlerin auch gerne spüren lässt.
Der Handlungsort als Binge-Magnet
Zwei ambitionierte weibliche Detectives, die durchaus facettenreich mit persönlichen Untiefen angelegt sind, ermitteln in einer für sie fremden, militärischen Welt: Die Miniserie aus der Feder von Tom Edge, mit dessen Biopic über Judy Garland ("Judy") Renée Zellweger einen Oscar gewann, ist äußerst spannend geschrieben und kann trotz einer klar auf Effekte und Cliffhanger gebürsteten Story auch immer wieder mit subtilen Zwischentönen bei den Charakteren punkten. Auf dem Regiestuhl saß TV-Routinier James Strong ("Broadchurch").
Der Knaller – und höchstwahrscheinlicher Grund für grandiose Einschaltquoten im Vereinigten Königreich – ist allerdings das Atom-U-Boot als Handlungsort. Das faszinierende Ambiente einer Stahlröhre unter Wasser als ungewöhnlichem Schauplatz mit Personal, das in Sachen Kriminalermittlung nach anderen Regeln funktioniert, ist ein echter Hingucker und Binge-Magnet in Sachen Spannung. Die Orte Dunloch und Kirkmouth, die in "Vigil – Tod auf hoher See" eine wichtige Rolle spielen sind rein fiktiv. Allerdings gibt es ein reales Vorbild: das schottische Faslane-on-Clyde, wo die Royal Navy eine große Basis unterhält.
Die ersten drei Folgen der ersten Staffel zeigt das Zweite spätnachts ab 1 Uhr am Stück. Die Episoden 4 bis 6 werden dann eine Woche später ausgestrahlt, am Dienstag, 17. Februar, ab 2.25 Uhr.
Bereits zwei Tage zuvor zeigt das ZDF den Start der 2023 erschienenen zweiten Staffel "Vigil – Tödliche Drohnen", in der es um außer Kontrolle geratene Kampfdrohnen geht. Die ersten beiden Folgen sind am Sonntag, 15. Februar, ab 23.35 Uhr, zu sehen. Die weiteren Episoden laufen in den Folgewochen immer sonntags am späten Abend.
Vigil – Tod auf hoher See – Di. 10.02. – ZDF: 01.00 Uhr