37°: Die Landklinik – Retter in der Provinz
Werden sie die Krankenhausreform überleben?

  • von Hans Czerny
Gemeinsam durch die Krise: Das Team der Landklinik Wriezen kämpft um das Leben seiner Patienten – und zugleich um das Überleben der Klinik. Von links: Anoop Puritipati (35, Assistenzarzt), Kai Wilke (42, Orthopäde und Unfallchirurg), Janina Buhe (24, Krankenpflegerin), Georg Bauer (58, Chefarzt) und Julia Kraushaar (35, Assistenzärztin).
Gemeinsam durch die Krise: Das Team der Landklinik Wriezen kämpft um das Leben seiner Patienten – und zugleich um das Überleben der Klinik. Von links: Anoop Puritipati (35, Assistenzarzt), Kai Wilke (42, Orthopäde und Unfallchirurg), Janina Buhe (24, Krankenpflegerin), Georg Bauer (58, Chefarzt) und Julia Kraushaar (35, Assistenzärztin).
© ZDF / Andreas Pein
Durch die von Karl Lauterbach auf den Weg gebrachte Krankenhausreform, die Kompetenz nach vorne bringen soll, fürchten kleinere Häuser um ihre Existenz. Der "37°"-Zweiteiler "Die Landklinik" (03. und 10.03.) zeigt, wie wichtig das Überleben der kleinen Häuser ist.

Jenseits des in Arztserien gängigen Klischees vom begehrten Frauenschwarm und Halbgöttern in Weiß, die als Chirurgengenies reüssieren, aber auch fern von privaten oder beruflichen Seienintrigen, wie sie fiktional üblich sind, begleitet die zweigeteilte "37°"-Doku (zweiter Teil am Dienstag, 13. März) den Alltag in einer Landklinik am Rande der Republik, an der polnischen Grenze. Die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger kämpfen im Krankenhaus von Wriezen (Märkisches Oberland) nicht nur um die Gesundheit ihrer Patienten, sondern zugleich auch um ihr eigenes berufliches Überleben. Nadja Kölling (Regie) hat sie ein Jahr lang begleitet.

Von einer Krankenhausreform bedroht, die spezialisierte Zentren und deren Knowhow als Kern-Standorte bevorzugen will, rackern sie in Wriezen rund um die Uhr, behandeln und retten dabei Menschen. Nicht selten müssen Hilfesuchende in dieser Gegend mehr als 30 Minuten fahren bis hin zum verkehrtechnisch schlecht angebundenen Krankenhaus. Umgekehrt ergeht es den Notärzten ebenso. Ärzte, wie der Rettungsarzt Kai Wilke, können ihre Patienten nur noch notdürftig behandeln, Wilke lässt sie daher in größere Häuser verlegen. Wegen der Personalnot fährt der Unfallchirurg dennoch mehrmals im Monat Rettungseinsätze – neben dem Dienst auf der Krankenstation oder im OP.

"Kompetenz und Fürsorge" hat sich die märkische Klinik von Wriezen aufs Panier geschrieben. Kompetent, menschlich, fürsorglich und offen will man sein. Das alles bei wachsendem Kostendruck und neuerlich höherer Effizienz, wie es die Anästhesie-Schwester Birgit Matthes erlebt. Als Dienstälteste hat sie ihre Ausbildung noch zu DDR-Zeiten erhalten. Andere, wie das indische Ehepaar Anoop Puritipati und Meghana Kurapati und die in Ausbildung befindliche Spezialistin für innere Organe Julia Kraushaar haben das Krankenhaus in der Provinz explizit gewählt, um den Menschen dort zu helfen.

Die "Retter in der Provinz" sind jedenfalls bereit, in herausfordernden Zeiten über Grenzen zu gehen. Sie tun das im Teamgeist und mit Verantwortungsgefühl für ihre Patienten. Werden sie es schaffen, ihre Klinik zukunftssicher zu erhalten?

Zweiter Teil im ZDF, am 10.03., 22.20 Uhr.

37°: Die Landklinik – Retter in der Provinz – Di. 03.03. – ZDF: 22.15 Uhr

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