Gut zu wissen Fünf teure Irrtümer übers Sparen


Wird bei einer Lebensversicherung die Rendite auf den vollen Sparbetrag garantiert? Soll ich Aktien nur verkaufen, wenn sie im Plus sind? Brauche ich einen Riester-Vertrag? - Hier erfahren Sie's.

Wenn ich 100 Euro in eine Lebensversicherung einzahle, bekomme ich darauf eine Mindestrendite von derzeit 3,25 Prozent pro Jahr.
Stimmt nicht. In den vergangenen Jahren haben die Versicherer bei neu abgeschlossenen Verträgen einen Garantiezins von 3,25 Prozent vereinbart. Allerdings bezieht er sich nicht auf die volle Monatsprämie, sondern nur auf den so genannten Sparanteil (siehe Folge 3: Versicherungen). Dieser wird nicht extra ausgewiesen, liegt aber meist bei etwa 70 bis 80 Prozent der Monatsprämie. Die Garantierendite von 3,25 Prozent erhalten Sie also nur auf etwa 75 Euro. Der Rest Ihrer Monatsrate wird nicht gespart, sondern für den Todesfallschutz und die Verwaltungs- und Vertriebskosten abgezogen.
Allerdings stellt die Garantiezahlung (die übrigens für künftige Versicherungsverträge nur noch 2,75 Prozent betragen wird) nur einen Teil dessen dar, was Ihnen am Ende der Laufzeit ausbezahlt wird. Hinzu kommt die so genannte Überschussbeteiligung, die allerdings in der Höhe nicht vorhersehbar ist.

Aktien verkaufe ich nur, wenn sie im Plus sind.


Auch falsch. Genau darin unterscheiden sich die fortgeschrittenen Anleger von den Anfängern, denn es kann gar nicht jedes Investment erfolgreich sein. Merke: Das Depot muss ins Plus - nicht jede einzelne Aktie.
Mit so genannten Stopp-loss-orders vermeiden Sie, dass Ihre Aktien zu stark verlieren: Beim Erreichen eines von Ihnen festgelegten Werts werden die Aktien automatisch verkauft. Fragen Sie Ihre Bank danach und setzen Sie sich eine solche "Rettungsleine zur Verlustvermeidung" für jede einzelne Aktie!

Für meine Altersvorsorge muss ich eine Riester-Rente abschliessen.
Falsch. Riester-Renten können eine sinnvolle Option sein, weil sie staatlich gefördert werden. Allerdings haben sie strenge Auflagen, sodass die Förderung möglicherweise zu teuer erkauft wird oder nachträglich wieder verloren geht. Auch im Zeitalter der Riester-Renten kann eine Altersvorsorgestrategie mit konventionellen Produkten die bessere Wahl sein.

Mit der Altersvorsorge warte ich, bis mein Einkommen hoch genug ist.


Nur teilweise richtig. Langfristige Sparverträge sollten Sie zwar erst abschließen, nachdem Sie ein kurz- und mittelfristiges Finanzpolster aufgebaut haben (siehe Terrassenmodell in diesem Serienteil). Allerdings dient dies nur dem Ziel, Ihre Finanzen stabil zu halten und die "Altersvorsorge-Terrasse" (Stufe 4) vorzubereiten. Je später Sie mit dem Vermögensaufbau anfangen, desto höher sind die Beträge, die sie monatlich aufbringen müssen.

Hundert Euro sind in zehn Jahren noch genauso viel wert wie heute.


Stimmt leider nicht, da die laufende Inflation kontinuierlich an der Kaufkraft des Betrages nagt. 100 Euro bleiben zwar nominal 100 Euro, effektiv kaufen können Sie sich in zehn Jahren voraussichtlich nur noch so viel wie heute für 74 Euro. Das wäre der Fall, wenn die jährliche Inflation bei drei Prozent liegt, wie es in den vergangenen Jahrzehnten im Durchschnitt der Fall war.

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