HOME

NV-Bescheinigung: Wie Zinsabschlag vermieden werden kann

Nach der Halbierung des Sparer-Freibetrags von 6 000 auf 3 000 DM kommt es in der Praxis immer häufiger vor, dass Zinsabschlag ein-behalten wird. Besonders ärgerlich wird das Ganze dann, wenn der persönliche Steuersatz unter dem Steuersatz des Zinsabschlags liegt oder wenn man gar nicht einkommensteuerpflichtig ist. Im letzteren Fall hilft eine so genannte NV-Bescheinigung.

Mit Wirkung vom 1. Januar 2000 an wurde der Sparer-Freibetrag von 6.000/12.000 DM (Ledige/Verheiratete) auf 3.000/6.000 DM halbiert. Das Volumen des so genannten Freistellungsauftrags, mit dem vom Zinsabschlag Abstand genommen wird, verminderte sich dementsprechend einschließlich des Werbungskosten-Pauschbetrags (100/200 DM) auf 3.100/6.200 DM (Ledige/Verheiratete). Darüber hinausgehende Zinserträge unterliegen dem 30prozentigen Zinsabschlag. Diese Quellensteuer wird von den Banken im »Normalfall« bei der Gutschrift oder Auszahlung der Zinserträge einbehalten. Diesen Abzug an der Quelle kann man vermeiden, wenn man der Bank oder Sparkasse eine NV-Bescheinigung vorlegt. In diesem Fall wird kein Zinsabschlag erhoben.

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung, kurz NV-Bescheinigung genannt, erhält derjenige, der nicht zur Einkommensteuer veranlagt wird. Eine Veranlagung zur Einkommensteuer erfolgt dann nicht, wenn bestimmte Einkommensgrenzen unterschritten werden. Diese Grenzen sind je nach Einkunftsart unterschiedlich hoch. Zudem gibt es Sondertatbestände, die zu einer Veranlagung führen. Ob eine NV-Bescheinigung zu bekommen ist, muss daher in jedem Einzelfall durchgerechnet werden.

Die allgemeine Einstiegsgrenze zur Veranlagung liegt zur Zeit bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 14.202 Mark. Bei Ehegatten verdoppelt sich dieser Wert auf 28.404 Mark. Liegen die Einkünfte darunter und gibt es keine besonderen Veranlagungstatbestände, dann kann eine NV-Bescheinigung beantragt werden.

Mit einer NV-Bescheinigung können daher vor allem Rentner, Kinder und geringer verdienende Arbeitnehmer rechnen.

Die allgemeine Veranlagungsgrenze erhöht sich durch Freibeträge bei den einzelnen Einkunftsarten. So z.B. bei Zinserträgen um den Sparer-Freibetrag und den Werbungskosten-Pauchbetrag in Höhe 3.100/6.200 DM (Ledig/Verheiratet). Bei Renten ist zu beachten, dass »normale« Altersrenten nur mit dem steuerpflichtigen »Ertragsanteil« angesetzt werden, der sich nach dem Alter beim erstmaligen Rentenbezug richtet.

Eine NV-Bescheinigung gibt es auf Antrag beim zuständigen Finanzamt, die dazu besondere Antragsvordrucke herausgeben. Sie gilt für drei Jahre, falls zwischenzeitlich keine Änderungen eintreten, die zur Einkommensteuerveranlagung führen. Es ist zu beachten, dass für jede Bank eine NV-Bescheinigung beantragt werden muss. Kopien der NV-Bescheinigung werden nicht anerkannt.